Das Wunder der Bornholmer Bienen… zu Besuch bei der Hobby-Imkerin Heike

Ich kaufe seit Jahren aus Überzeugung den guten Bornholmer Honig bei meiner Freundin Heike. Genauer gesagt ist es Snogebæker Honig, denn Heike hat ihre Bienenfamilien in ihrem Garten stehen.
Ich bewundere meine Freundin für ihr Hobby und habe immer mit großem Interesse zugehört, wenn sie mir von ihrer „Ernte“ oder ihren Treffen mit dem Imkerverein auf der Insel erzählte.
Doch all das Erzählte war für mich doch immer eher ein „Buch mit sieben Siegeln“ und da ich ein Mensch bin, der mit den Augen und den Händen lernt, habe ich mich mit Heike verabredet, um das „Wunder der Bienen“ zu verstehen und auch bei dem Schleudern des ersten Sommerhonigs dabei zu sein.
Foto 3-15Ich besuche Heike an einem schönen Tag im Juli. „Ein idealer Tag, um nach den Bienen zu schauen“, empfängt mich Heike strahlend. Inmitten ihres wunderschönen Natur- und Öko-Gartens stehen insgesamt neun Familien. Heike und ich „wappnen“ uns mit einem Schutzanzug :-).

Vorsichtig und mit großer Sorgfalt öffnet Heike das erste Magazin, in dem jeweils zehn Honigwaben hängen. Es wimmelt nur so von Bienen und für mich sieht das Gewimmel alles gleich aus.

Doch Heike schaut als erstes, ob die Königin im Bienenstock noch wohlauf ist, denn sie hat die zentrale, alles umsorgende  und steuernde Funktion. Die Königin legt alle Eier im Stock, ca. bis zu 2000 an einem Tag der Hochsaison, bis die Familie 30.000 bis 40.000 Bienen umfasst.
Foto 4-14(Die Königin hat ein längeres Hinterteil als die Arbeiterinnen)

Der Rest des Bienenstocks besteht aus Arbeiterinnen, die steril sind und sich nicht fortpflanzen können, und den Drohnen, den männlichen Bienen, die die Königin befruchten. Heike erzählt mir während sie arbeitet und alle Magazine kontrolliert so einiges über das Bienenleben. Wie faszinierend!!!
Ich erfahre, dass die Bienen im Frühsommer (bis ca. Sankt Hans/Mitsommerfest) schwärmen und das dieses der natürliche Vermehrungsvorgang des Bienenvolkes ist. Dazu hinterlässt die Königin einige Zellen für eine neue Königin im Stock und schwärmt mit ca. der Hälfte des Bienenstockes (und des Honigs, mit dem sich die Arbeiterinnen für den Neubeginn vollstopfen) aus und sucht sich ein neues Domizil. Wenn der Imker Glück hat, findet er den Schwarm ganz in der Nähe an einem Baum oder ähnlichem hängen und kann ihn wieder einfangen.
IMG_0596(ausgeschwärmer Bienenstock, der wieder in den daneben stehenden Bienenstock „eingefangen“ wird )

Anhand des „lebenden Modells“ der Honigwabe erklärt mit Heike die Funktionen der einzelnen Bienen und ihre Kunst der Kommunikation. So weiß ich jetzt, dass die „Späher-Bienen“ meist schon früh morgens ausfliegen und dann den Bienen im Stock mit einem „Tanz“ erzählen, wo es den besten Nektar zu sammeln gibt. Spannend zu hören ist auch, dass die Arbeiterinnen im Laufe ihres Lebens mehrere Entwicklungsstufen durchleben, in denen sie unterschiedliche Aufgaben haben, z.B. sind sie Ammen, dann Wabenbauer, Späher, Flugbienen, Waben-Versiegeler, Wächter etc. Und das tolle ist, dass die Königin diesen gesamten Ablauf steuert.
Foto 3-16 (rechts sieht man den in den Waben abgelegten Honig und in der mitten beim Zeigefinger sieht man die Pollenwaben, die die Bienen als wichtige Proteinquelle für die Aufzucht ihrer Brut benötigen).

Je länger ich Heike zuhöre, desto mehr wird mir klar, warum man ein Bienenvolk auch „Superorganismus“ nennt. Ich könnte stundenlang davorstehen und einfach nur zuschauen…. „Alles sieht so chaotisch aus und doch hat alles einen genauen Plan, der unglaublich perfekt ausgeklügelt ist“, fasst Heike mein Staunen treffen zusammen.  Wunder Natur eben!!!

Ein paar Tage später, ruft Heike mich an, denn nun sei genügend Hönig da, um diesen frisch zu schleudern. Als ich komme, hat sie ihre „Gerätschaft“ schon in ihrer Küche aufgebaut.

Foto 2-43Jede einzelne Wabe wird jetzt mit der Hand von der Wachsschicht befreit, mit der die Bienen ihre Waben sorgfältig versiegelt haben, denn immerhin soll das ja eigentlich ihr Winterfutter sein ;-).
Foto 1-44Dann werden die Waben in die Schleuder eingespannt und im Handbetrieb geschleudert. Ganz schön anstregend! Aber wie man sieht, macht es Heike Spaß 🙂 :-).

Foto 2-42

Während ich Heike zusehe und mit ihr plaudere, steigt mein Respekt vor dem Imkern mit jeder Minute ins Unermessliche an!!! Was für eine Arbeit! Was für eine sinnvolle Arbeit! Ich verstehe immer mehr, warum Heike ihre Bienen so liebt und als der Honig erst in ein grobes Sieb und dann in ein ganz feines Sieb läuft, kann ich es nicht lassen, direkt meinen Finger in das „Gold“ zu halten, um zu probieren.

Was für ein Genuss! Mich durchströmt ein warmes Gefühl. Jetzt hat der Honig eine Geschichte für mich. Jetzt habe ich mit eigenen Augen gesehen, welches Wunder hinter so einem Glas Honig steckt und ich empfinde….. tiefste Ehrfurcht! Danke Heike für diese Lehrstunde!!!
Und Danke an alle Hobby-Imker, die so viel Einsatz leisten, um die Bienen zu retten!
image2Heikes wunderbaren Honig könnt Ihr direkt bei ihr kaufen: Smedevej 17 in Snogebæk. Einfach dem Schild folgen :-).
Und außerdem hat Heike auf ihrem Hof eine schöne Ferienwohnung, klickst du hier 🙂

Alles Liebe ❤️
Eure Steffi

6 Kommentare zu “Das Wunder der Bornholmer Bienen… zu Besuch bei der Hobby-Imkerin Heike

  1. Liebe Steffi, vielen Dank für deinen lehrreichen Bericht über die fleißige Bienenwirtschaft! Wieder eine Adresse, bei der man vorbei schauen sollte, um den leckeren Honig zu probieren. Genau wie die Sanddornmarmelade … ;o) ! In der Küche von Heike sehe ich blau-weißes Geschirr stehen. Ist das zufällig von der berühmten Keramikerin Hedwig Bollhagen? (verstorben 2001) Dieses Design ist sehr verbreitet und beliebt … habe ich auch einige Stücke ;o)
    Liebe Grüße auf die Insel Bornholm … nur noch 5 1/2 Wochen … dann kommen wir ;o) ;o) ;o)
    Roswitha

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  2. Danke für den interessanten Bericht. WIr haben uns auch Bornholmer Honig aus dem Urlaub mitgebracht – allerdings nicht den von Heike. Bei Honig achte ich ganz besonders darauf, die lokalen Imker zu unterstüzen. 🙂

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  3. Pingback: Pizzabuffet im „Bonalas“ | Bornholm my love

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