Mit dem Mountainbike und Seekajak zum Examen: Bornholmer „Friskole“ nimmt das Fach „Outdoor“ auf den Stunden- und Prüfungsplan

Ich wußte es schon immer! Die Schule unserer beiden Jungs ist einfach die aller coolste!
Mit  bummelig 96 Schülern von der 0. bis zur 9. Klasse liegt die „Sydbornholms Privatskole“ idyllisch mitten im Grünen in Pedersker an der Südküste Bornholms.
Gerade mal 2 Kilometer sind es bis zum Strand und nach einem halben Kilometer ist man im Wald.
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Die Schule sieht aus wie ein großer Bauernhof, ist fröhlich rot angestrichen und hat einen Schulgarten, Holzhütten mit Feuerplatz und zwei Rasen-Fussballplätze. Das war auch der Grund, warum unser großer Sohn damals diese Schule gewählt hat, denn er wollte nicht so ´ne „Betonwüste“ haben, sondern im Grünen sein.

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Seine – und unsere – Wahl war goldrichtig. Davon waren wir jeden Tag in den letzten Jahren überzeugt. Die Schulleiterin Matilde ist einfach ein Schatz mit einem riesigen Herz. Dabei ist sie aber auch sehr klar und verfolgt feste Regeln, zum Beispiel was Mobbing und Handys und Co angeht. Die Lehrer sind hochmotiviert, jung und dynamisch und sind darauf eingestellt, mit dem etwas anderem pädagogischen Konzept der Schule zu unterrichen. Denn die kleine Schule hat stufenübergreifende Klassen, sprich es werden immer zwei Klassen zusammen unterrichtet. Und das klappt hervorragend!
Das Motto der „Freischule“ ist „Fordi børn lærer forskelligt“ – „Weil Kinder alle verschieden lernen“.

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Unser großer Sohn macht gerade in der 9. Klasse seinen Abschluss und es ist eine wahre Freude zu sehen, wie er souverän, selbstbewußt und eigenverantwortlich da herangeht.
Ganz klar ein Ergebnis des dänischen Schulsystems und DIESER Schule!

Ich werbe seit Jahren bei Neuankömmlingen der Insel für „unsere“ Schule, denn ich bin wirklich überzeugt, dass sie die Beste der Insel ist! Ich bin sozusagen ein Fan :-))

Daher schlug mein Herz heute besonders hoch, als ich diesen Artikel auf der Titelseite der lokalen Tageszeitung „Bornholms Tidende“ las:
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Als erste Schule in Dänemark führt die Sydbornholms Privatskole ab dem neuen Schuljahr das Fach „friluftsliv“ – Outdoor – als obligatorisches Unterrichtsfach ein. UND als Prüfungsfach zum Abschluss der 9. Klasse (das ist sozusagen der Volksschulabschluss, nachdem die Jugendlichen dann entweder aufs Gymnasium wechseln oder eine Berufsschule besuchen).

Auf dem Lehrplan stehen damit Inhalte wie Planung und Durchführung von Naturtouren; Orientierung in der Natur, Umgang mit Kompass; Konfliktlösung und Motivation in der Gruppe; Erste Hilfe; Natur als Spiesekammer; Kochen über dem offenen Feuer und natürlich die verschiedenen Aktivitäten wie Kajak, Mountainbike, Rapelling, Skifahren und Angeln.

Besonders cool stelle ich mir das Examen vor, denn dann soll der Schüler eigenständig eine Tour für eine Gruppe jüngerer Schüler organisieren und wird dann für die einzelnen Aufgaben bewertet.

Die Schule will mit diesem Angebot die Kindern zu einer gewissen „Robustheit zurückführen, die ihnen das Werkzeug für die Aufgaben und Herausforderungen im späteren Leben geben soll“, so die Schulleiterin Matilde Lissau.

Außerdem hat die Schule die Vision, dass die Schüler sich Kompetenzen erarbeiten, die sie später auf der Insel anwenden können, zum Beispiel als Natur- oder Outdoorguide, denn Bornholm setzt im Tourismus immer mehr den Schwerpunkt auf Outdooraktivitäten.

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Die Schulleitung und die Lehrer haben ihre Pläne von langer Hand vorbereitet, so war in diesem Schuljahr „friluftsliv“ schon Wahlfach in der 8. und 9.Klasse und die Tennies haben vom Klettern über Seekajakfahren und Mountainbiken schon alles probieren dürfen, inkl. einer Übernachtungstour im Wald :-). Und dass einer der Lehrer privat fast ganzjährig draußen im „shelter“ (so ne Art Holzunterstand zum Schlafen) nächtigt und vier weitere Seekajak-Instrukteure in ihrer Freizeit sind, passt natürlich mit der Vision der Schule gut zusammen ;-).
Und die Lehrerschaft ist sowieso ´ne lustige Truppe, wie dieses Faschingsbild „beweist“ 😉
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„Je mehr Kinder draußen in der Natur sind, desto besser können sie sich konzentrieren“, zitiert Matilde nur einige der Forschungsergebnisse, die die Schule zu diesem Schritt ermutigt haben. „Sie schließen besser in Tests ab, die vor allem Selbstständigkeit und Konzentration erfordern. Draußen zu sein stärkt auch das Sozialverhalten der Kinder, reduziert Mobbing und trägt zum Wohlbefinden der Kids bei. Außerdem reduziert es krankheitsbedingten Fehlzeiten und stärkt die Koordination und Motorik“.

Apropos Forschung: Die Neuigkeit hat sich schnell rumgesprochen und die Süddänische Universität wird jetzt erforschen, in wie weit die Schüler „Gewinn“ aus dem Outdoor-Schulfach ziehen.

Hurra, endlich kommt mal das „echte Leben“ auf den Lehrplan!
Glückwünsch Sydbornholms Privatskole!

Hätte ich nicht schon unsere Jungs bei Euch, würde ich sie spätestens jetzt bei Euch anmelden :-)).

Alles Liebe ❤️
Eure Steffi

 

 

 

 

 

 

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