Komme gerade vom Strand… mit einem Herzen voller Dankbarkeit und Schmerz zugleich.
Immer noch sitzt mir dieser Film in den Knochen, in allen Zellen. Noch nie hat mich ein Film so bewegt, so fasziniert, so beindruckt, so berührt und angewidert zugleich. „The Revenant“ hat heute drei Oscars bekommen. Und eigentlich hat mich die Oscar-Verleihung noch nie interessiert. Aber diesmal war es anders. Denn dieser Film ist anders. Dieser Film erzählt eine Geschichte, die uns alle angeht. Eine Geschiche von der Zwietracht der Menschheit, von Vernichtung, Leid und Hass. Und davon, wie wir uns diesen Planten zum Untertan gemacht haben, ausgeplündert, missbraucht und gepeinigt. Alle Kreaturen und uns Menschen.
Der Fim spielt in Canada, die Naturaufnahmen sind gigantisch, episch, monumental. Und doch kann ich das, was ich in dem Film bei der Betrachtung der Natur fühle, auch auf dieser Insel fühlen. Die Natur auf Bornholm ist ursprünglicher als andernorts. Sie hat mich vom ersten Mal fasziniert. Natürlich ist sie nicht so wild, so weitläufig, so unfassbar groß und atemberaubend wie Alberta. Aber sie ist irgendwie noch heil. Viele Menschen auf Bornholm haben dafür gesorgt, dass Naturschutzgebiete geblieben sind, dass nicht alles bebaut wurde. Es gibt viele Plätze – gerade im Winter – an denen man den ganzen Tag keinen Menschen sieht. Stille und Einsamkeit erleben kann.
Ich fühle mich schon seit meiner Kindheit der Natur sehr verbunden, kann den Naturspirit der „Natives“ sehr tief teilen. Kann fühlen, dass alles mit Geist geseelt ist und wir es achten sollen. Bäume, Bäche, das Meer, die Tiere – wir sind eins mit allem und alles ist ein Stück von uns.
Es schmerzt mich, mir die Geschichte der Ureinwohner Amerikas anzuschauen, ihr Leid zu fühlen. Ihre Weisheit ist größer als die „meines“ Volkes. Und doch treffe ich immer wieder Menschen, die genauso fühlen. Und ich glaube, dass viele, die nach Bornholm kommen, genau deshalb kommen: Weil sie hier etwas fühlen, das tief geht. Das sie mit etwas Ursprünglichem verbindet. Etwas, das man nicht in den Städten findet und auch nicht auf Agrarflächen, die als Urlaubsgebiete „verkauft“ werden. Hier fühlen sie intensiver, kommen in Kontakt mit den Elementen, mit der Natur, mit sich selbst.
Ich bin mit meiner Familie seit zehn Jahren auf dieser Insel. Und sie hat mich „transformiert“, genauso wie der Regisseur des Films es für die Schauspieler während der Dreharbeiten beschreibt. Wer in der Natur lebt und sich mit ihr verbindet, wird transformiert. Und das ist wunderbar! Bornholm ist ein magischer Ort, der es uns ermöglicht, uns und die Natur wieder zu fühlen. Und nur das, was wir fühlen, was wir lieben, können wir schützen. Und es gibt noch viel zu tun. Und die größte Herausforderung ist, nicht die Hoffnung zu verlieren, sondern Menschen zu finden, die mitmachen, mitfühlen und diese Gemeinschaft miteinander zu pflegen. Denn das, was wir gemeinsam vernichtet haben, können wir auch nur wieder gemeinsam aufbauen. Deshalb bin ich meinem Mann Udo so dankbar, der einen wunderbaren Roman geschrieben hat, der alles erzählt über diese Verbundenheit und gleichsam die Verantwortung, die daraus für uns erwächst: Bin am Meer .
„Let us not take this planet for granted“. Danke Leo für diesen Film ❤️
Und wer den Film noch nicht gesehen hat, der sollte das spätestens jetzt nachholen.
Hier ein besonders beeindruckendes „Making of“… Der Regisseur ist einfach ein Genie mit einem riesengroßen Herzen!
Alles Liebe ❤️
Eure Steffi



