Bornholm nach der Sturmflut…. Strände mit neuen Gesichtern

Bornholm, 7.1.2017  Dänemark hat eine Sturmflut erlebt, die in diesem Ausmaß statistisch gesehen nur alle hundert Jahre vorkommt.

Alle saßen hier im Lande am Donnerstagabend gespannt vor dem Fernseher, denn eine Sondersendung berichtete über Stunden live von den Küsten des Landes.
So konnte man sehen, wie zum Beispiel ein Sommerhaus so langsam im Wasser versank… und das Meerwasser von unten durch den Laminat-Fußboden ins Haus eindrang.

Unsere Insel Bornholm hatte es im Verhältnis zu anderen Regionen nicht so „schlimm“ erwischt. In Rønne wurden 1,20 Meter Hochwasser gemessen, dieser Höchststand hielt allerdings lange an und die Nacht zu Freitag war SEHR stürmisch.
Alle Fähren waren natürlich abgesagt.

Am Tag danach sah man das Ausmaß der Schäden, die das wütende Meer hinterlassen hatte.
Der Parkplatz zur Balka-Bucht, den ich noch in meinem letzten Bericht am Donnerstag mit dem Handy gefilmt hatte, ist so gut wie nicht mehr da. Mit schweren Maschinen versucht die Kommune, irgendwie noch etwas zu retten und die vielen Steine und Brocken, die auf den Parkplatz gespült wurden, zu räumen.

Ein Spaziergang am Strand in Richtung Dueodde ist nicht möglich. Das Wasser steht noch sehr hoch und man sieht, dass der Strand sich komplett verändert hat. Vieles ist fast nicht wiederzuerkennen. Auf dem Weg von Snogebæk nach Dueodde – auf der Höhe kurz vor dem Campingplatz – machen wir dann eine unglaubliche Entdeckung:
Dort sind plötzlich alte Holzbuhnen aufgetaucht – und große Findlinge.

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Vor ein paar Tagen sind wir hier spazierengegangen und liefen auf einer ebenen Fläche von reinstem Sand!? Das heißt, dass diese Steine komplett bedeckt waren!!

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In nur einer Nacht sind über 2 Meter Sand abgetragen worden – in der Höhe!
Und die alten Buhnen – so erfragen wir es bei den älteren Bornholmern – sind das letzte Mal im Jahre 1985 gesehen worden. Randi, unsere Dänischlehrerin aus der ersten Zeit nach der Auswanderung, kennt die Strände ganz genau, denn jeden Tag besucht sie mit ihrem Mann  ihr Sommerhaus, das hier an diesem Küstenabschnitt liegt. Sie erinnert sich, dass ihr Sohn damals im Sommer 1985 auf einem der Pfähle stand und von einer heranrollenden Welle komplett nass gemacht wurde.
Ihr Mann Jens erzählt, dass die Buhnen in den 30iger Jahren als Küstenschutz privat von einem Sommerhauseigentümer dort hingebaut wurden, unerlaubt versteht sich ;-).

Eine Leserin auf meiner facebook-Seite  erinnert sich ebenfalls, dass sie diese Buhnen das letzte Mal 1985 gesehen hat. Danach sind sie anscheinend komplett zugesandet worden.

Und jetzt – 31 Jahre danach – tauchen sie wieder auf. Und geben dem Strand ein komplett anderes Gesicht.

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Die Abbrüche an den Dünen sind hier enorm.

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Und diese Bäume standen vor ein paar Tagen noch eingesäumt von Dünen am Strand…
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An einigen Stellen sind die Abbrüche mannshoch !

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Die Besitzerin des Campingplatz , Jytte, kommentiert nur trocken: „Na ja, jetzt haben die Gäste wirklich erste Reihe gebucht“, denn die Stellplätze liegen nun unmittelbar an der Strandkante.

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Weiter geht´s an den Udegårdsvej, oder auch Jomfrustrand genannt. Dort wo die „Vogelinselszene“ der Siegfried Lenz-Verfilmung „Schweigeminute“ gedreht wurde.

Auch hier zeigen sich meterbreite Abbrüche… und eine zerstörte Holzbrücke über der Au.

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Am Parkplatz wird hier zum ersten Mal der Querschnitt der Erdgeschichte Südbornholms sichtbar:

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Aber es ist und bleibt mein Lieblingsstrand, der sich heute im wunderbaren Sonnenschein und mit wahren Eiskunstwerken von seiner winterlich schönen Seite zeigt.

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Nach dem Sturm ist alles anders… aber  friedlich und schön. Bornholm eben ❤️.

Liebste Grüße und schönes Wochenende!
Eure Steffi

 

9 Kommentare zu “Bornholm nach der Sturmflut…. Strände mit neuen Gesichtern

  1. VielenDank für diese ganz aktuellen Schilderungen und für uns erschütternde Fotos. Dabei kam er Sturm doch eher aus Nordwest und nicht aus Nordost! Hier in Hamburg war es auch heftig, wir hatten Angst, dass eine Kiefer auf unser Haus stürzt! Liebe Steffi, Dir und Deiner Familie wünsche ich ein gutes Neues Jahr! Freue mich schon auf Deine Schilderungen!

    Viele Grüße nach Bornholm!! Frank aus Hamburg

    Von meinem iPhone gesendet

    >

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  2. Liebe Steffi, das Jahr 2017 begann an vielen Teilen der Küste sehr stürmisch. Danke für deine aktuellen Berichterstattungen und die Fotos, die das Ausmaß der Sturmflut und des Hochwassers deutlich zeigen. Wir haben natürlich auch die Meldungen von unserer Ostseeküste mitverfolgt und bedauern die entstandenen Schäden natürlich sehr. Jedes Jahr stellen wir nach Rückkehr auf die Insel Bornholm mehr oder weniger große Veränderungen an den Stränden fest, die durch die „normalen“ Herbst- und Winterstürme entstanden sind. Meistens finden wir unsere Lieblingsstelle vom vergangenen Jahr nicht mehr wieder … und suchen uns ein neues gemütliches Eckchen am Strand ;o) !!! Letztes Jahr sind wir von Snogebæk aus den Südstrand entlang bis Oestre Soemarken gewandert und sind überall am wunderschönen Strand entlang gekommen, was derzeit wohl nicht möglich sein wird. Nirgendwo sind uns Buhnen oder Findlinge begegnet. Ist schon erstaunlich, was solche Naturgewalten wieder zu Tage bringen, was zuvor Jahrzehnte unter dem feinsandigen Sand schlummerte. Wir sind sehr gespannt, wie sich unser (und dein ;o) !!!) Lieblingsstrand Udegårdsvej verändert hat. Das wird sicher unsere erste Wanderung, wenn wir im Mai wieder bei euch sind ;o) !!! Ich bin mir aber sicher, dass wir diesen Strandabschnitt auch mit den Veränderungen weiterhin über alles lieben werden …
    Alles Liebe für euch und für den weiteren Verlauf des Winters eine ruhige und zauberhafte Zeit – vielleicht auch noch mit ein wenig Schnee!!!
    Viel Erfolg beim Herrichten eures neuen Ferienhauses – wir freuen uns schon auf aktuelle Bilder, wenn es fertig ist!
    Liebste Grüße nach Snogebæk ;o)
    Roswitha

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    • Liebe Roswitha!
      Wünschen Euch auch ein glückliches neues Jahr :-)).
      Ja wir hatten hier schönen Schnee übers Wochenende!!!
      Und sind in vollem Gange mit der Renovierung des neuen Hauses … wird richtig schön. Und die Rehe haben uns auch schon besucht. Fühlt Euch gedrückt! Lg Steffi

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      • Danke! Das mit den Rehen ist ja niedlich, die Besitzer des Hauses haben gewechselt, aber die Rehe bleiben … ;o) … und sind neugierig auf die künftigen Bewohner! Da komme ich gleich wieder ins Schwärmen. Letztes Jahr im FH „Bin am Meer“ haben wir bei herrlichstem Wetter jeden Morgen draußen auf der Terrasse gefrühstückt – ein reichhaltiges Essen mit Bornholmer und mitgebrachten Spezialitäten bei Sonnenschein und herrlicher Ruhe sowie mit Blick ins Grüne … und wir hatten jeden Morgen Besuch von 2 – 3 Hasen, die genüsslich auf dem Rasen mümmelten – einfach sooo gemütlich!!! Das ziehe ich jedem 5-Sterne-Hotel vor!!! WIR FREUEN UNS SEHR auf weitere einzigartige Momente dieser Art … ;o) ;o) ;o)
        Zunächst sende ich jedoch eine Schneeflocke aus Potsdam an EUCH …
        Liebe Grüße
        Roswitha

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  3. Liebe Steffi , durch meine Tochter habe ich deine Seite kennengelernt. Wir fahren seid 1990 immer wieder nach Bornholm an den Balka Strand. Wie sieht es dort aus nach der Sturmflut.Durch meine Tante die seid 40 Jahren nach Bornholm kommt sind wir auf diese schöne Insel gekommen und kommen auch immer wieder !!! LG Sylvia

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  4. Vielen Dank für die Bilder und Schilderungen dieser Sturmflut. Roswita hat Recht. Jedes Jahr sieht der Strand ein wenig anders aus. Dieses Jahr bestimmt extrem. Bestimmt fast wieder so wie in den 80ern aus.
    Zu eurem neuen Ferienhäuschen gratuliere ich euch. Sieht vielversprechend aus. Viel Erfolg damit.
    Das Vergnügen mit den Tieren hatten wir auch im letzten Jahr im Mai. Bis an unseren Wohnwagen heran kamen die Rehe und Fasanen. Der Kuckuck im Gebüsch. Einzigartig für Naturfreunde.
    Liebe Steffi mach weiter so – freue mich schon auf den nächsten Bericht.

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  5. Liebe Steffi , habt Ihr einen Überblick wie es im Nordwesten aussieht , nach der Sturmflut ?
    Die Orte Teglkas und Heligpeder , zwischen Hasle und Vang , direkt an der Wasserlinie gelegen interessieren mich .
    Liebe Grüße aus Bliesendorf , bei Potsdam .
    Klaus
    Für uns ist eine Reise nach Bornholm wie nach Hause kommen ;o)

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  6. Wahnsinn, ich zelte mit meiner Familie seit 10 Jahren immer in der ersten Reihe bei Björn. letztes Jahr konnten wir noch in den Dünen liegen….dafür haben wir jetzt wohl wirklich Meerblick 🙂 wir sind gespannt!
    lese deinen Blog seit kurzem und bin immer ein bisschen neidisch…
    lg ilka aus dem regnerischen Berlin

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