„Die Schweigeminute“: Dreharbeiten im Paradies

Heute Morgen habe ich mich besonders auf das Fahrradfahren gefreut. Ziel war mal wieder mein Lieblingsstrand „Jomfrugård“, ich nenne ihn „Udegårdsvej“ in bzw. bei Dueodde. Denn gestern hatte ich in der Zeitung gelesen, dass heute dort für die ZDF Spielfilmproduktion „Die Schweigeminute“ gedreht wird und dass dafür extra eine Hütte an den Strand bzw. in die Dünen gebaut worden war.

Früh morgens nachdem meine Kinder aus dem Haus waren, machte ich mir einen Kaffe und konnte es kaum abwarten die Novelle von Siegfried Lenz zu lesen. Und sie zog mich wirklich in ihren Bann.
Eine leise, gefühlvolle Liebesgeschichte. Sehr schön zu lesen, fast poetisch. Und als ich dann zu der Szene in der Hütte auf der Vogelinsel kam, in der sich die beiden Protagonisten das erste Mal zaghaft ein wenig näher kommen, gab es kein Halten mehr… Nun wollte ich unbedingt sehen, wie die Hütte aussah.

Schweigepflicht bei der „Schweigeminute“
Ich hoffte, dass das Filmteam noch nicht am Set war, damit ich ein paar Fotos machen konnte. Denn schon bei der Kostümprobe für die Statisten wurde mir unmissverständlich klargemacht, dass ich keine internen Fotos veröffentlichen dürfte. Jedes Mal, wenn ich irgendwo mit der Handykamera auftauchte, wurde ich barsch zurückgepfiffen. Und ich hielt und halte mich brav daran. Doch es fällt mir SOOO schwer, die herrlichen Bilder zurückzuhalten, die ich gemacht habe. Alleine die Kostümprobe inklusive Make up- und Hairstyling-Probe war herrlich!
Ok, ich „schweige“ und daher habt Ihr bis jetzt nichts gelesen und gesehen 😉

ABER die Hütte kann ja nun wirklich jeder fotografieren, der vorbeigeht, finde ich. Da stand auch kein Schild oder so, nix war abgesperrt..
Und vor mir lag plötzlich diese traumhafte kleine Hütte. Schöner hätte man sie nicht bauen können. Gerade in diesem Moment kam auch noch die Sonne raus, das Wasser funkelte und die Szene lag da wie gemalt. „Einen besseren Drehort für die Novelle hätte man nirgendwo auf der Welt finden können“, ging es mir durch den Kopf. Traumhaft! Wie im Film 😉 !

Foto-21

Große Festszene mit 120 Statisten und Bornholmer Fernsehaufgebot
120 Statisten wurden gecastet und traten in den letzten zwei Wochen an. Höhepunkt war sicher die große Festszene am Sandvig Hafen, die letzten Donnerstag und Freitag  vor dem Hotel Sandvig gedreht wurde. Unzählige Bekannte von mir hatten sich auch als Statisten gemeldet und wurden für einen Nachmittag und Abend zu Steinfischern, Touristen, Taxifahrern, Kellnern oder Partygästen.  Nachmittags ging es los und erst nach Mitternacht war Schluss. Alle standen in dünnen Blüschen, Röcken und Kleidchen am Hafen, die Temperaturen lagen gefühlt unter 5 Grad.

Ich war leider nicht dabei, da ich für eine Kongress-Szene eingeteilt war. Doch das Bornholmer Fernsehen TV2 war beim Dreh dabei und zeigte abends in den Nachrichten diesen WUNDEBAREN (!!!!!) Drehbericht mit ein paar fantastischen Szenen, die die Atmosphäre am Hafen in Sandvig eindrucksvoll zeigen.
Und Euch in die 50-iger Jahre eintauchen lassen… Viel Spaß beim Schauen 🙂

Meeresbiologen-Kongress mit Bornholmer Bürgermeisterin
Vorgestern, am Montag, waren dann mein Mann und ich dabei. Es ging um die Konferenz-Szene, bei der internationele Meeresbiologen im Hotel ankommen und sich auf der Terrasse des Hotels zum „Smaltalk“ und „Prösterchen“ versammeln. Zwei Sekretärinnen durften natürlich nicht fehlten, eine davon war ich. Udo spielte den Meeresbiologen „Mr. Green“ aus England. Wir beide standen für eine Micro-Szene direkt neben der Hautpdarstellerin Julia Koschitz, die mir ab und zu ihre Wärmflache reichte, damit ich mich mit meinen kurzen Ärmelchen und Rock mal aufwärmen konnte. Julia war sehr sympathisch, hatte immer ein Lächeln für uns Statisten bereit. Wir hielen ein kleines Pläuschen an der „Kaffebude“ über das Wetter und das Leben auf Bornholm. Denn der Crew machte seit Tagen der Wind und die Temperaturen zu schaffen. Kein Wunder, weiß ich seit heute Morgen, denn in der Novelle kommen unendlich viele Draußenszenen am Hafen und auf und IM Wasser vor 😉
Übrigens finde ich, dass man keine besseren Hauptdarsteller hätte finden können. Beide sind den Charakteren auf den Leib geschnitten und gerade Jonas Nay wirkte am Dreh so sehr mit seiner Figur verbunden, so dass man eine gewisse Melancholie und Tragik spüren konnte, wenn er an einem vorbeiging.
Am Nachmittag kam dann noch Winni Grosbøll, unsere Bürgermeisterin, vorbei und unterhielt sich rege mit dem Team und machte Fotos, die SIE dann auch sofort auf ihrer facebook-Seite teilte. Na, ja, der hat´s wohl keiner anders gesagt ;-). Und ich darf dann auch mal ganz kurz, finde ich…

Alles in allem eine tolle Erfahrung, die einen guten Einblick in das Entstehen so eines Spielfilms gibt. Und die Stimmung unter den Statisten war top und wir hatten echt Spaß miteinander. Die Crew wirkte nach fast zwei Wochen Dreharbeiten schon etwas fertig und genervt, aber wen wunderst´s?!
Ich freue mich auf jeden Fall WAHNSINNIG auf die Ausstrahlung am
17. März 2016 im ZDF, anlässlich des 90. Geburtstages von Siegfried Lenz.

Beim Nachhausegehen nach dem Dreh (dann doch erst nach 9 Stunden) sprach ich noch mit Mette, die die Horde an Statisten innerhalb von kürzester Zeit organisiert hatte. Sie erzählte, dass die Filmproduktion wirklich beindruckt war von dem Engagement der Bornholmer. Normalerweise greifen die Filmleute ja auf professionelle Casting-Agenturen zurück, um Statisten zu suchen. Hier mussten die „normalen“ Leute ran, die nebenbei arbeiten oder zur Schule müssen. Einige Bornholmer haben auch kleine Sprecherrollen bekommen und diese mit Bravour gemeistert.
Wir verabredeten, dass wir wohl zur Austrahlung des Film ein „Public Viewing“ mit allen Statisten organisieren und uns alle in einem Kino oder so treffen, um das gemeinsam zu erleben. Und wir tauschen dann alle die Fotos aus, die jeder von sich und im Kostüm gemacht hat. Aber das dürfen wir eben erst hinterher, aber Ihr könnt Euch schon jetzt auf die Bilder freuen 🙂

Ach und apropos: Vor Kurzem hat das ZDF eine Pressemitteilung rausgebracht und so erschien jetzt in der „Welt“ online dieser Artikel.

Und mit diesem Infoteil, in dem mein Blog als „Nachrichtenquelle“ zum Dreh genannt wird (wo auch immer die das her haben?!) 

Das verpflichtet ja geradezu, oder? Und hilft sicher der Einschaltquote :-))

So ich lese dann mal das Buch zuende.. und male mir alle Szenen genau aus. Und träume von der Hütte am Strand, die ABER leider nach dem Dreh wieder abgebaut wird.
Also ich habe mich nach diesem Erlebnis wieder einmal neu verliebt in Bornholm ❤️

9 Kommentare zu “„Die Schweigeminute“: Dreharbeiten im Paradies

  1. Das hört sich alles traumhaft an. Ich hoffe, ihr gebt nochmals rechtzeitig hier und auf facebook Bescheid, damit ich den Sendetermin auf keinen Fall verpasse!?
    Liebe Grüße
    Wenke

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  2. Liebe Steffi, mit großer Freude haben wir soeben deinen tollen spannenden Bericht gelesen! Und stell dir vor, wir waren FAST dabei, denn an den beiden Tagen zuvor sind wir ebenfalls an UNSEREM LIEBLINGSSTRAND gewandert und waren bei einem tollen Sonne-Wolken-Mix mehrmals in den hohen Wellen der Ostsee ;o) !!! Dabei haben wir natürlich auch diese Strandhütte bemerkt und gesehen, wie Leute sie dort hergerichtet haben … Uwe kam dabei gleich in den Sinn, dass es für einen Film sein könnte ;o) !!! Auch am 11. September waren wir nicht weit entfernt, wir sind rund um den Hammerknuden gewandert! UNGLAUBLICH – auch wir werden uns diesen Film im März 2016 ansehen!
    Wir hatten TRAUMHAFTE 2 Wochen auf BORNHOLM und haben die Tage aus tiefstem Herzen erlebt … ;o) … und sind im Mai 2016 wieder da im FH „BIN AM MEER“ in Snogebaek – wir freuen uns sehr ;o) ;o) ;o)
    Liebe Grüße und eine schöne Zeit für EUCH!!!
    Roswitha und Uwe

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  3. Hallo Steffi – danke für den Link mit dem Fernsehbeitrag von TV2/Bornholm. Der ist an mir vorbeigegangen … Ich freue mich wirklich auf den fertigen Film im März. Und ich bin gespannt auf die Szene, wo Ihr zu sehen seid. Als Statist ist man ja immer nur an einem klitzekleinen Teil des Gesamtfilms beteiligt. Man hat vielleicht das Buch gelesen, kann sich aber trotzdem nicht so ganz vorstellen, was der Regisseur bzw. Drehbuchautor aus dem Gesamtwerk macht …

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  4. Liebe Steffi,
    da wir nun schon Anfang März haben, sind wir sehr interessiert daran, nicht zu verpassen, wann es die „Schweigeminute“ gibt. Ich konnte allerdings keinen Eintrag in unserer Fernsehzeitung unter dem 17. März 2016 um 20.15 Uhr auf ZDF finden. Gibt es den doch erst später im Herbst?
    Liebe Grüße
    Anja aus Hannover

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