01.09.2025
Es war ein herrlicher letzter Tag im August gestern an der Ostküste. Wir ließen uns treiben und genossen die Wärme auf der Haut, das SEHR besondere Licht und die noch offenen Eisbuden, Cafés …






Ein kleiner innerer Rückblick in Dankbarkeit und vollem Herz auf den Sommer:
Viele Wochen mit Sonne, Strandtagen, viel Baden im Meer und der besonderen Leichtigkeit dieser Jahreszeit auf der Insel liegen hinter uns. Schöne Begegnungen bei unseren Lesungen am Lagerfeuer, Besuch von der Familie und Freunden, Baden im Mondschein, Angeln auf den Klippen mit unseren Söhnen zu Besuch aus der Hauptstadt, Live-Musik überall, Grillabende, neue Restaurants erkunden und Faulenzen mit Buch im Garten. Ach ja, so schön.









Jetzt wird die Insel ruhiger und kann wieder durchatmen, nachdem sie viele Inselhungrige mit guter Energie und schönen Erlebnissen beschenkt hat. „Wir hatten einen fantastischen Sommer“, wagten Udo und ich auch schon mal ein kleines Resumé, während wir unseren Cappuccino mit traumhaftem Blick in der liebevoll umgebauten alten Räucherei „Nørresan“ in Gudhjem genossen. Für uns war es noch Sommer und das Wetter zeigte es uns mit voller Kraft, denn es war einer der wärmsten Tage des Jahres.

Der Abend war außergewöhnlich schön und „lun“, wie der Däne sagt. Zum Sonnenuntergang nach 20 Uhr waren es noch knapp über 20 Grad, völlig windstill und die letzten Stunden im August hüllten uns in eine spätsommerliche Atmosphäre, die sehr besonders war. Eigentlich wollten wir abends zum Essen in unserem Lieblingsrestaurant „Nordlandet“ in Allinge einkehren, doch es war einfach zuuuu schön da draußen und so genossen wir kurzerhand den letzten Tag im August am Hammerhafen mit dem besten Sandwiches der Insel vom Hammerhavn Kiosk und einem Svaneke Bier. Was will man mehr?!

Später auf der Mole trafen wir einen dänischen Urlauber aus Jylland (Jütland), der gemütlich auf die Spitze seiner Angelrute schaute, in der Hoffnung, dass ein Steinbutt den Köder nahm. Wir unterhielten uns ein bisschen über das Angeln, die Insel und die einzigartige Natur Bornholms.
Wir schauten alle gemeinsam in den sich rötlich färbenden Himmel und ganz nebenbei sagte der Mann aus Kolding: „Ja, das ist der letzte Tag des Sommers. Ab Morgen ist der Herbst da“. Ich lachte kurz und dachte, er machte einen Scherz. Doch er erklärte uns, dass die Zeitrechnung der Dänen einfach eine andere ist. Im ganzen Land ist tatsächlich mit dem 31. August der Sommer zu Ende. Das war für mich nach 19 Jahren auf Bornholm neu, erklärte jedoch Einiges. Nämlich dass genau zu diesem Datum sehr viele hier auf der Insel „einpackten“ oder ihre Zelte abbauten, so zum Beispiel nicht nur sprichwörtlich sondern tatkräftig im „Eco Beach Camp“ in Balka. Dort wurden die „Clamping“-Zelte jetzt abgetäut und der Platz wird wieder zu einer einzigen Sand- und Rasenfläche direkt am Meer.
So verlassen jetzt auch andere die Insel, so das „Sydøst fra Paradis“ am Hullehavn in Svaneke und der Konzertveranstalter „Gæstgiveren“ hat schon seit Anfang August geschlossen. Ja, der Juli ist der Hauptmonat der Dänen. Alle haben Urlaub, es gelten die landesweiten Industrieferien.
Und als ich heute Morgen – am 1. September ! – beim Schwimmen in der Balkabucht unseren Nachbarn traf, der auch den ganzen Sommer über früh in den Morgenstunden baden ging, winkte er mir freundlich zu und rief fröhlich „Schönes Wasser! Das erste Meer-Bad im Herbst“. Jetzt musste ich richtig lachen, weil ich mich gerade zuvor mit Udo darüber unterhielt, ob das mit dem dänischen Sommerende nun eigentlich wirklich so stimmte und was es mit dem eigenen Gefühl machte, wenn man heute denkt, dass es Spätsommer ist oder der erste Tag im Herbst ;-).
Wie auch immer, die Deutschen haben da einen ganz anderen Kalender. Immer noch haben Bundesländer Schulferien und es sind viele deutsche Urlauber auf der Insel. Und natürlich sind einige enttäuscht, dass nicht mehr alle Läden oder Cafés aufhaben oder schon eingeschränkten Öffnungszeiten nachgingen. Aber das mit dem Herbstanfang für die Dänen erklärt nun doch Einiges und für diese und die Bornholmer ist eben definitiv Saisonschluss. Die Energien gehen schon Richtung kürzere Tage und was die kühle Jahreszeit so bringen wird…
Umso mehr ein Grund, dass ich den Spätsommer noch genieße und auch noch im Sommermodus bleibe. Ich dehne den Sommer einfach noch ein wenig aus, der Herbst kommt noch früh genug :-).
Da bin ich jetzt einfach mal sehr deutsch ;-).
Liebste Grüße aus meinem Sommergarten von Eurer und meiner Lieblingsinsel!
Und ich freue mich darauf, Euch bald von dem tollen Programm der „kulturuge“ (Kulturwoche) berichten zu können, die am 05. September beginnt :-).
Steffi




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