Steffi goes Norwegen Part 2: Orcas, Buckelwale und eine Insel

Bornholm 13.11.2016 Ich hatte es geahnt. Diese Reise zu den Walen in Nord-Norwegen würde mein Leben verändern. Jetzt bin ich seit einer Woche wieder zu Hause auf Bornholm und spüre  diese Geschöpfe und all das Erlebte immer noch ganz nah … Weiterlesen

Steffi goes Nord-Norwegen Part 1: Polarlichter mit Suchtfaktor

Bornholm, 11.11.2016 Ich habe mich wieder verliebt. Und wieder in eine Insel :-). Sie heißt Vengsøya und liegt eine gute Stunde Auto- bzw. Fährfahrt von Tromsø in Nord-Norwegen entfernt. Ich war Anfang November hierher gekommen, um Wale zu beobachten. Genauer … Weiterlesen

Folge deinem Herzen: Ein Insel-Tag ganz nach meinem Geschmack…

Gestern war es wieder mal so ein Tag, wie er im Buche steht. Sonne, winterklares Licht und die Vögel zwitscherten herausfordernd. Also erledigte ich am Vormittag alles im Büro und packte dann meine Sachen. Wo es hin ging, wußte ich … Weiterlesen

Video „Wintersturm-Hygge mit Panoramablick“

Das letzte Wochenende bei Sturm und Regen in einem Haus mit einem fantastischen Panoramablick hat noch Tage danach nachgewirkt. Ich bin immer noch auf der Suche nach der Antwort, warum? War es das Wetter, das besondere Wintermeer? Das Haus? Irgendwie … Weiterlesen

Wintersturm-Hygge mit Panoramablick

Hurra, ich fahre wieder in den Mini-Urlaub auf meine Insel! Ich habe mir bewußt diesen Termin Ende Januar gewählt, denn ich werde immer wieder gefragt, ob und wo man denn gut im Winter Häuser mieten kann. Einige Ferienhäuser werden von … Weiterlesen

Winter-Hammertrail: Eisiger Lauf für die Harten

Samstag-Morgen, die Sonne scheint, die Luft ist herrlich klar….Viel zu gutes Wetter, um – wie eigentlich geplant – Hausputz zu machen. Gut, dass mir beim Duschen einfällt, dass heute ja der Salomon Hammer-Trail stattfindet. Die Winterausgabe! Denn diesen Extrem-Lauf durch … Weiterlesen

Wintersonnenwende… jetzt werden die Tage wieder länger und das Licht kommt zurück :-) Tschüss bis zum nächsten Jahr ❤️

Gestern,  am 21. Dezember, haben wir die Wintersonnenwende auf Bornholm gefeiert. Eine schöne Tradition, dem kürzesten Tag und gleichsam der Wiederkehr des Lichts zu gedenken. In Snogebaek wird dieser Tag schon seit Jahren mit einem schönen Ritual zelebriert. Das Dorf … Weiterlesen

Gar nicht langweilig: Meine Adventswoche auf Bornholm :-)

Viele Touristen fragen mich im Sommer, wie es wohl hier so im Winter sei? Die meisten gruselt die Vorstellung, bei Kälte, Wind und womöglich Schnee auf der Insel zu sein. Ja, es ist MENSCHENLEER!!! Und das ist wunderbar – finde … Weiterlesen

Lebe dänisch: Ohne“hygge“ geht es nicht!

Kaum ein Wort im Dänischen beschreibt so treffend den dänischen Lifestyle und ist gleichsam so schwer zu übersetzen. Gemeint ist: HYGGE! Dieser Begriff steht wie kein anderer für die dänische Mentalität, bringt das Völkchen durch lange Winter und ist vielleicht die Erklärung, warum die Dänen als die glücklichsten Menschen gelten…

Vor ein paar Tagen saß ich bei dem Chefredakteur der Bornholmer Tageszeitung (Bornholms Tidende), Søren Rosenlund Christensen, um über den neuen Bornholmer Online-Shop zu sprechen und die Möglichkeiten, diesen auch den deutschen Kunden zugänglich zu machen. Ich beschrieb ihm, wie schön es wäre, wenn der deutsche Urlauber, der ja bekannterweise die Insel so liebt, sich als echter Fan mal ab und zu ein paar schöne Produkte nach Hause bestellen könnte. Eine kleine Kiste mit Schokolade, Schokoküssen, Bonbons, Honig, Öl, Pasta…“. Er meinte daraufhin: „Det vil være hyggeligt!“ und fragte mich in einem Atemzug, was eigentlich „hyggelig“ auf Deutsch bedeutet. Nachdem er mit erzählte, dass er in Tønder nahe der Grenze und mit der Sesamstrasse als abendliches Kinderprogramm aufgewachsen sei, versucht er es mit: „Das wäre gemütlich“. Daraufhin meinte ich vorsichtig, dass das nicht so ganz in diesem Zusammenhang passen würde. Ich versuchte ihm nun das deutsche Wort „Gemütlichkeit“ zu erklären und wir kamen zu dem Schluss, dass man „hygge“ erleben muss. Man muss Dänemark und im Besonderen natürlich Bornholm besuchen, um das Wort erfassen zu können. Søren konnte nach einem Jahr auf der Insel bestätigen, dass es auf Bornholm eben besonders „hyggelig“ zugeht.

Um die Gewichtigkeit des Wortes aufzuzeigen,  kann ich nur einen Satz zitieren, den ich immer wieder Menschen mitgebe, die bei unseren Lesungen im Sommer fragen, wie denn das Leben so im Winter auf Bornholm sei. Darauf antworte ich dann fast immer: „Man muss es lieben, sich zu hyggen, sonst hat man es schwer hier“.

Hygge liegt in der Luft
Auf Bornholm liegt „hygge“ einfach in der Luft. Du merkst es im Straßenverkehr, in den Einkaufsschlangen der Supermärkte, wenn du in der Apotheke oder der Bank die Nummer gezogen hast und geduldig wartest, dass du an die Reihe kommst. Die Menschen nehmen es gelassener, egal was es ist. Man hat irgendwie mehr Zeit als andernorts. Dies zieht eine Entschleunigung nach sich, die ich als reine „hygge“ bezeichnen würde.

Alles etwas kleiner, etwas süßer
„Hyggelig“ kann auch der kleine Vorgarten mit den schönen Stockrosen sein, oder das gelbe Fachwerkhaus mit den alten Dannebrogs-Fenstern und der Holzbank im verwilderten Garten.
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Der Bornholmer liebt es, hyggelig zu wohnen. Und diesen Wohnstil kann man schwer beschreiben. „Gemütlich“ ist da wohl schon die beste Übersetzung. Aber die Bornholmer „hygge“ ist eben stilmässig nicht mit der deutschen Gemütlichkeit zu vergleichen, bei der man sich auch schnell mal Gelsenkirchener Barock-Möbel mit Bierkrug garniert vorstellen kann. Die Bornholmer Wohn-„hygge“ fühlt man, wenn man sie sieht. Das Kleine, das Feine, das Alte mit dem Neuen kombiniert, die Liebe zu den Dingen und zum Detail.
Skandinavisches Design steht hoch im Kurs und die klaren Linien dieser Wohnstilart werden auf Bornholm oft kunstvoll mit Altem und Kuriosem kombiniert. Wenn man in die Fenster auf Bornholm schaut, die selten mit Gardinen verhängt sind, so erhascht man schnell einen Eindruck von Bornholmer Gemütlichkeit. Und wenn man dann vor so einem Fenster in Svaneke oder Gudhjem steht und entzückt ist,  würde der Däne sagen: „Ej , hvad er det hyggeligt!“
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Hygge heißt ins Feuer schauen
„Vi hygger os i aften“, wenn man so eine Verabredung für den Abend triff, so stehen die Zeichen bereit für einen gemütlichen Abend mit Klönen, Ofen an, Tee oder Kaffee. Also ist die wichtigste Anschaffung oder DAS Einrichtungsstück in einem Bornholmer Haus der Holzofen. Ich kann mir KEINEN Abend ohne meinen Ofen vorstellen. Der Ofen ist im Winter immer in Betrieb, die erste Amtshandlung nach dem Aufstehen heißt „Ofen an!“ und wenn man das Haus für mehrere Stunden verlassen hatte und nach Hause kommt, ist einer in der Familie dran mit… richtig: „Ofen an!“. Und das Tolle ist, das man damit bereits in Kürze eine ganz bestimmte Stimmung ins Haus gezaubert bekommt. Genau aus diesem Grund ist auch fast jedes Haus mit einem Holzofen ausgestattet und ich kann nur jedem Urlauber empfehlen, diesen zu benutzen, denn ein echtes Bornholm-Feeling erlebt man vor allem mit dem „brændeovn“, der idealerweise eine Scheibe haben sollte. Das ist übrigens auch im Sommer am Abend total „hyggelig“.

Nicht ohne meinen Kaffe
Hygge hat oft was mit dem leiblichem Wohl zu tun. Dazu gehört für den Bornholmer abends wie erwähnt gerne Kaffe und Kuchen oder Kekse. Warum gerade abends so gerne Kaffe getrunken wird, konnte mir bisher keiner beantworten. Egal ob man zum Elternabend, zur Vereinssitzung oder Arbeitsmeeting am Abend geht, man nimmt eine Thermoskasse Kaffe mit. Nun bin ich Teetrinker, aber das wird mittlerweile auch geduldet.

Freitagabend-hygge 
Der Freitagabend ist besonders heilig in den Bornholmer Familien. Für Eltern mit kleineren Kindern gibt es nur ein Programm: „Disneyshow“ und „slik“. „Slik“ sind Süßigkeiten, vornehmlich Haribo-Mix-Tüten. Als wir nach Bornholm kamen, waren unsere Jungs 6 und 4 Jahre altund ich hatte meine Kinder bis dahin als ordentliche deutsche Mutter fern gehalten von großen Süß-Orgien. Doch nun hieß es plötzlich, dass Freitags um 19.00 Uhr, passend zum Start der „Disneyshow“ im Fernsehen, echte Nasch-Feten abgefeiert werden sollten. Meine Kinder hatte schnell im Kindergarten und Schule gelernt, dass das hier so ist und wenn Freunde zum Spielen oder Übernachten eingeladen wurden, wurde ich verpflichtet, bitte –  genauso wie in allen anderen Familien – , bis an den Rand gefüllte Haribo-Schalen auf den Couchtisch zu stellen. Das war „hyggelig“, erklärte man mir von Kinder- und Erwachsenenseite. Kann ich bis heut enicht so nachvollziehen, aber woanders muss halt die Chipstüte zur Gemütlichkeit herhalten.

Hochsaison der „hygge“: Weihnachten
In der Weihnachtszeit packt der Däne alles aus, was die „hygge“ zu bieten hat. Die Weihnachtsfeiern heißen auf Dänisch „julefrokost“, werden aber nicht nur auf der Arbeit, sondern auch mit Freunden und Familie zelebriert. Und sobald Freunde und die Lieben alle um einen Tisch herum sitzten, man gemeinsam isst und trinkt, beginnt schon die hygge… gerne mit ein paar gemeinsam geträllerten Liedern und einem Schnaps 🙂 Dann steht der Monat Dezember eben auch ganz im Zeichen der Kerzen, der selbstgebackenen Kekse und des Schmalzgebäcks, der Jule-Märkte, der Jule-Dekoration und dem Basteln von Weihnachts-Schmuck.

Sommer-„hygge“ auf Bornholmer Art
Sobald die Sonne hochsteht, wird die „hygge“ nach draußen verlagert. Man trifft sich mit Freunden zum Picknick, die Klassen-Arrangements der Schule finden mit allen auf den Klippen oder am Strand statt, den Picknickkorb und die Thermoskanne mit Kaffe immer dabei. Im Sand sitzen, auf dem Grillplatz ein Lagerfeuer machen oder sich irgendwo mit Freunden zum Barbecue treffen, das ist „hygge“ pur.

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Hygge geht nur ohne Stress
Jetzt könnte man ja meinen, dass wir das alles genauso in Deutschland oder in anderen Ländern haben. Stimmt auch zum Teil, aber was der Däne so wunderbar hinbekommt ist, dass er alles ohne Stress macht. Wenn Freunde zusammenkommen, kommt keine Hektik auf und keiner läuft nervös ums Bufett, um zu checken ob auch alles da ist. Bei der Weihnachtsfeier sind alle, inklusive der Gastgeber, relaxt. Und beim Barbecue geht es locker ohne Dresscode und irgendwelchen Barbecue „must haves“ zu. Die entspanntesten „get together“ Veranstaltungen habe ich auf der Insel erlebt. Der Däne nimmt die Dinge, wie sie kommen, wie es ist. Wenn Ketchup fehlt, ist das auch nicht schlimm und zur Not wird alles mit dem Löffel gegessen, da das Besteck fehlt. Hauptsache alle bleiben im „hygge“-Modus. Und das ist das Geheimnis: Hygge funktioniert nur ohne Stress. Und daher funktioniert die „hygge“ besonders gut auf Bornholm!

Zusammengefasst würde ich sagen, dass „hygge“ am ehesten in Richtung „Es sich gut gehen lassen“ übersetzt werden kann. Und mit „schön, nett, niedlich, kuschelig“.
Aber das Wesentliche liegt in der Bedeutung des Wortes als „Lifestyle“. Denn es gibt Menschen, die die Bornholmer „hygge“ nicht aushalten können. Und denen „hygge“ nicht reicht. Wenn Bornholm aber mit EINEM Attribut protzen kann , dann ist es der Überschuss an „hygge“. Überall und immerzu. Das muss man mögen, muss das aushalten können. Und manchmal ist es das Einzige was bleibt, wenn alles andere wegfällt: Wenn Fähren wegen Sturm ausfallen, der Verkehr wegen Schneefall lahmliegt oder wenn die Touristen im Winter wegbleiben und die Stille über der Insel einfällt.
„Komm´ vi hygger os“ heißt es dann und der Ofen wird angemacht…

Wünsche Euch einen hyggeligen Abend!

Alles Liebe

Eure Steffi

Rügen meets Bornholm: Nachspann… Eine Liebeserklärung von „Fräulein Pe“ ♥

Heute erreichte mich eine Mail von Kerstin, Fräulein Pe, auch „Hinguckerin“ vom Beruf 🙂 Wir hatten drei tolle Tage zusammen und zum Glück habe ich da jemanden so sehr „infiziert“, dass bald ein Wiedersehen ansteht… „Liebe Steffi, es ist mittlerweile … Weiterlesen

Rügen meets Bornholm: Die Entdeckertour geht weiter…

Am zweiten Tag unserer Insel-Entdeckertour ließ sich die Sonne nicht sehen. Wir schliefen aus, frühstückten ausgedehnt und verließen erst um 12.30 Uhr das Haus. Es ging erst nach Svaneke, denn da hatte ich am Tag zuvor gesehen, dass mein Lieblingsbäcker „Svaneke Brød“ am Samstag von 7 bis 17 Uhr geöffnet haben sollte.
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Also nichts wie hin, um eines der superleckeren Sauerteigbrote mit der krossen Kruste zu ergattern. Ab Mittags sind die beliebten Brotlaibe nämlich oft schon ausverkauft.
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Der Besuch in der Bäckerei ist immer wie ein kleiner Auflug in Großmutters Zeiten…

Kerstin konnte sich in der kleinen Backstube mit der Kamera austoben, ich hielt ein „Pläuschchen“ mit der Verkäuferin und wir bekamen eine Apfelschnitte und eine Zimtschnecke als „Wegzehrung“ für unsere Tour geschenkt. Da sagt man natürlich nicht Nein, zumal die „Teilchen“ gerade frisch aus dem Ofen kamen.

Im Auto roch es nun herrlich nach frischem Brot und wir fuhren weiter Richtung Norden. Da das Wetter recht kalt und ungemütlich war, fuhr ich uns bequem mit dem Auto an alle „Hotspots“ heran. Kerstins Augen wurden immer größer beim Anblick der Granitklippen, der Buchten, der malerischen Häuser, die die Küstenstrasse säumten.

Das Licht lud nicht gerade zum Fotografieren ein und die Granitfelsen schienen das bisschen Licht, das der Tag uns schenkte, geradezu einzusaugen. „Wow, das ist ja irre, wie vielschichtig die Insel ist. Das sieht hier ja total anders aus, als dort, wo wir gestern waren!“, kommentierte Kerstin ihre Begeisterung und Verwunderung zugleich. „Stell dir das mal alles im Sommer vor“, regte ich ihre Phantasie an. „Oder im Mai, wenn hier die Buschröschen und der Bärlauch blühen“, schwärmte ich weiter. Ich fuhr sie an meine „Sommerstellen“ in Allinge, Sandvig und am Hammerknuden, sowohl zum Baden, zum Essen oder zum Chillen und Musikhören an lauen Juli-Abenden. Trotz Februar-Grau und -Kälte kam ein bisschen Sommerfeeling bei ihr an…

Die gewisse „Tristesse“, die über dem Norden hing, wurde immer wieder durchbrochen durch farbenfrohe Akzente, die so typisch für Bornholm sind. „Schau dir mal DAS Gelb an, das ist doch der Hammer. Und dann stell dir Stockrosen davor vor, 25 Grad und Wellenrauschen… So ist mein Sommer hier auf der Insel! Und immer Ruhe, selbst in der Hochsaison“, hörte ich mich schon wieder schwärmen. Aber meine unermüdliche Begeisterung für Bornholm kannte meine Freundin ja schon 😉

Wir teilen uns schwesterlich unsere leckere Wegzehrung aus Svaneke, die am Strand besonders toll schmeckte.:-)
IMG_0401Dann wurde uns mit der Dämmerung langsam kalt und Kerstin hatte DIE Idee des Tages: Komm wir fahren nach Hause und ich mache uns eine frische Hühnersuppe. Also Ofen an im „Bin am Meer“-Haus, Katie Melua-CD rein, Suppe auf den Herd und …. ahhhh … einfach nur entspannen. Besser kann so ein Tag nicht zuende gehen. 🙂

Alles Liebe
Eure Steffi

Rügen meets Bornholm: Insel-Entdeckertour zu zweit

An diesem Wochenende hatte ich besonderen Besuch auf der Insel. Frei nach dem Motto „Rügen meets Bornholm“ kam meine Freundin und Fotografin Kerstin Petermann, liebevoll auch Fräulein Pe genannt, eingeflogen. Kerstin ist auf Rügen aufgewachsen und lebt seit über zwanzig … Weiterlesen

Ein Sonntag im Januar auf der Hammerburg

Komm` wir fahren mal wieder auf die Hammerburg!
Bei diesem Vorschlag muss ich mich nicht zweimal bitten lassen.
Von Snogebæk die Küstenstrasse bis nach Allinge hochzufahren, ist jedes Mal wie ein kleiner Urlaub für mich!
Wie eine Reise in eine andere Welt. Alles ist anders im Norden: Das Licht, die Stimmung, die Landschaft, die Vegetation… Sobald ich kurz nach Nexø an der Ostküste die Klippen rechts von der Strasse entdecken kann, „schaltet“ in mir etwas um. Es kommt ein „Bretagne“-Feeling auf, denn die Granit-Klippen schlucken das Licht, das Meer ist dunkler und oft hängen um diese Jahreszeit über dem Osten und Norden mehr Wolken als bei uns im Süden.

Ich genieße die rund 45 Minuten Autofahrt. Meist schweifen die Augen in die Landschaft, die Eindrücke werden aufgenommen, selbst die Kinder sind im Auto still, denn es geht ja auf „Abenteuerfahrt“.
Der Auftrag heißt „Platten finden“, damit sind Holzplatten gemeint, die der Sturm hoffentlich in die Bucht unterhalb der Hammerburg angespült hat und die Udo gerne für seine Treibholzkunst verbauen möchte. Mats will natürlich auch unbedingt angeln, denn ohne Angel geht er eigentlich fast nirgendwo hin und die „Møllevik“ ist ein heißer Spot zum Meerforellenfischen, zumindest heute 😉
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So trennen wir uns kurz vor dem Aufgang auf die Hammerburg, denn links führt für Mats und Udo ein Weg hinunter in die Bucht, doch Marius und ich wollen die Burg erobern!

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IMG_1707Das letzte Mal, erinnert er sich, war er im Sommer mit seiner Klasse hier.  Irgendwie kann er nichts an Zahlen, Daten und Fakten entsinnen, nur dass es „total heiß und langweilig“ war. Ich versuche auch in meinem Gedächtnis irgendwas hervorzukramen, das ich über die Hammerburg gelesen habe. Aber ehrlich gesagt, tue ich mich auch etwas schwer mit detallierten Geschichtsdaten. Mich uns Marius interessiert es mehr, die Burg mit allen Sinne zu erleben und nachzufühlen, wie das „damals“ so war… Und es ist herrlich zu sehen, wie Marius die Burg an diesem Sonntag entdeckt.
Wir sind ganz alleine und er rennt von Fleck zu Fleck und will alles erklettern. Das geht nur bedingt, denn derzeit wird die Burg mit großem Aufwand restauriert, denn der ein und andere Stein sitzt nach den 800 Jahren nun doch schon ein bisschen lose. Daher muss ich Marius in seinem Klettertrieb etwas bremsen

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Doch dieser Baum darf dann aber erklettert werden!

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Andächtig und staunend über so viel Schönheit genießen wir die Aussicht. Ich erzähle ein bisschen über die Zeit im 12. Jahrhundert, als hier in „Spitzenzeiten“ mehr als 300 Menschen auf der Burg gewohnt haben. Wir entdecken einige der Heilkräuter, die die Mediziner der Burg schon damals rund um die Burg kultivierten, darunter Wermut, Malve und Wegwarte.

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Dann kommen wir natürlich zu dem „Höhepunkt“ , nämlich dem Mandelturm, der zeitweilig auch als Gefängnis gedient hat und in dem die Gräfin Leonora Cristina im Jahre 1660 über 17 Monate wegen Hochverrats hinter Gittern saß. Irgendwie beklemmend und zugleich faszinierend, diese Geschichte nachzuspüren.. Wir schauen uns die Überreste der alten Brauerei und der Viehställe an und es ist spannend, die Erklärungstafeln zu studieren. Irgendwie wie Schule, aber an einem Familienausflug am Sonntag viel packender…

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Die Aussicht Richtung Vang ist gigantisch. Doch plötzlich hören wir Marius Bruder unten in der Bucht rufen. Das kann nur „Fisch“ bedeuten. Wir erahnen aus der Entfernung, dass er einen Fisch drillt und beschliessen, schnell zu den beiden runterzulaufen, um da nix zu verpassen 😉

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Aber Zeit für ein „Abstiegs-Selfie“ muss ein 🙂

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Tja, unten angekommen, erfahren wir, dass wir das Spannendste nun doch verpasst hatten:  Eine Meerforelle beim Landen verloren, zwei weitere schöne blanke Fische im Drill entwischt. Schade, da müssen wir nachher dann doch einen Burger essen gehen 😉

IMG_1762Zum Abschluss gibt es dann noch einen obligatorischen Steine-Weitwurf-Wettbewerb zwischen den männlichen Hauptpersonen der Familie, bevor wir dann alle die Treibholz-Funde den GANZEN WEITEN WEG wieder nach oben schleppen. Da war der Hamburger dann wirklich verdient.

Die Hammerburg ist einfach ein Abenteuer.  Das historische Bauwerk ist beeindruckend und die Landschaft, der Ausblick, die Atmosphäre einfach berauschend. Wenn Ihr nach Bornholm kommt, müsst Ihr das gesehen und erlebt haben. Zur Saison hat dann auch wieder das kleine Museum am Fuße der Burg geöffnet, dessen Besuch sich wirklich lohnt, denn dort gibt es auch Original-Funde zu bestaunen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden.
Hier noch ein schöner Link für ein paar mehr fundierten Infos.

Jetzt im Winter ist es hier an diesem Ort besonders schön, da man komplett alleine ist und das hat einen ganz besonderen Reiz. Ein perfekter Sonntag im Januar auf Bornholm ♥

Alles Liebe

Eure Steffi

Wintersonne auf Bornholm: An Tagen wie diesen will man die Welt umarmen!

Eigentlich wollte ich heute Morgen nur mal wieder Fahrrad fahren. Um 8.30 Uhr kam ich am Hafen in Snogebæk an, ca. 250 Meter von unserem Wohnhaus entfernt. Die Handy-Kamera wollte ich mal in der Jackentasche lassen, denn ich wollte ca. 16 km Strecke schaffen. Doch als ich die über dem Meer aufsteigende Sonne sah, war es um mich geschehen…Ich konnte nicht anders, als meine Kamera zu zücken….
Foto (24)Das Licht war einfach umwerfend, die Stimmung ebenso. Klirrender Frost lag über dem Meer, überall hatte sich eine glitzernde Schicht Eiskristalle abgelegt. Einfach ZU schön. Kurzerhand war mein Plan umgeschmissen, ich radelte schnell nach Hause, um dann noch schneller zu frühstücken. Es zog mich raus, denn das war der Tag der Tage.

An Tagen wie diesen..
…will man die Welt umarmen! ♥♥♥

Ein Tag für die Bornholmer Südküste!
Gerade im Winter ist es einfach genial, an der Südküste zu wohnen. Denn das Licht ist hier intensiv, der feine Sandstrand reflektiert das Licht auf eine Art, dass man leichte Frühlingsgefühle mitten im Winter bekommt. Ein Freundin, die an der Ostküste in den Klippem wohnt, hat mir mal anvertraut, dass sie im Winter auch am liebsten im „Süden“ wohnen würde. Diese Küste lässt die Winterseele aufatmen und strahlt einfach eine leichte und kräftige Energie aus, gerade das, was man an kurzen, dunklen Wintertagen braucht.

Also habe ich heute meine Lieblingstrände besucht…

Strand „Udegårdsvej“:
Ein Strand zum Träumen, Robinson Crusoe-Spielen, zum Meditieren, Philosophieren, Treibholz sammeln, Bernstein suchen… einfach wunderbar! Ich liebe besonders das „Wilde“ an ihm!
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Strand „Strandvej“ oder Anglern auch als „Stenodde“ bekannt:
Hier hab ich vor vielen Jahren meinen ersten Knurrhahn auf der Insel gefangen und mein Mann seinen größten Bernstein gefunden. Also ein Strand mit guten Erinnerungen…

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Strand „Øster Sømarken“:
Dieser Strand erinnert mich – wie wohl die meisten Deutschen – an einen Mann: den Musiker und unseren guten Freund „Siggi Bjørns“, der im Sommer in der kleinen, legendären Räucherei spielt, die nur 100 Meter vom Hafen entfernt liegt… Selbst im Winter habe ich seine Klänge im Ohr, wenn ich hier bin 🙂

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Strand „Vester Sømarken“:
Wohl am ehesten bekannt als der Strand des Restaurant „Kadeau“, DAS Gourmet-Restaurant auf der Insel.
Mit einem fantastischen Blick aufs Meer !!!

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Strand „Geddebæk“:
Nicht nur Anglern bekannt 😉 Die Hütten sind einfach ein tolles Fotomotiv! Und die Stimmung ist bei diesem Licht sogar im Januar karibisch :-)))

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Strand Snogebæk Turistvej-Parkplatz:
Mein „Haustrand“. Diesen Strand besuche ich jeden Tag, gehe spazieren, gehe angeln, klönen mit Vorbeikommenden. Heimat !

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Strand Boderne:
Der Strand bei „Pia Stærmose“. Ein Garant für tolles Licht und der kleine Hafen ist einfach gemütlich.

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Und mein Sohn findet einen „Eis-Fisch“ :-))

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Nach diesem Tag an Bornholms Südstränden habe ich Sonne gespeichert und freue mich auf das Erwachen der Natur, auf die Sommerzeit, auf Ostern und auf einen herrlichen Sommer! Gefühlt gar nicht mehr so lange hin … an Tagen wie diesen!
Hoffe, Ihr konntet auch ein wenig Sonne abkriegen auf dieser kleinen Bornholm-Südtour :-))
Alles Liebe ♥

Steffi

13/13 auf Bornholm: 13 Fotos vom 13. Januar

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass ein Blogger in den USA vor vielen Jahren  angefangen hatte, an jedem 12. des Monats 12 Fotos seines Tages zu posten.
Finde ich ne gute Idee!
Ich mach jedoch eine 13/13 daraus, sprich ab jetzt gibt es an jedem 13. eines Monats 13 Bilder von meinem Tag.
Gibt ja immer noch Menschen, die mit dem 13. irgendwie ein ungutes Gefühl verbinden und damit sollte mal Schluss sein 🙂
Also hier mal 13 Fotos von meinem Tag bzw Morgen, denn mir sind schon morgens so viele herrliche Eindrücke vor die Handy-Linse gelaufen, dass ich schon „fertig“ bin :-))
Das darf gerne ansteckend wirken :-))
P.S: Ich habe übrigens dabei keinen Anspruch auf fantastische Fotos. Ich würde behaupten, dass ich da nicht mit einem besonderen Talent gesegnet bin, aber es macht Spaß und ich begnüge mich mit meinem IPhone, denn zu ner „richtigen“ Kamera hat´s noch nicht gereicht. Kann ja noch kommen.. :-))

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Puha, etwas unscharf. Aber was soll´s … Es zeigt auf jeden Fall, dass ich auf meinem Fahrrad auf dem Weg zum Meer bin. Wer Bornholm noch nicht so gut kennt: Dueodde ist eines der beliebtesten Feriengebiete auf der Insel, liegt im Süden und hat traumhafte Sandstrände, Dünen und Kiefernwälder.

WegWenn ich dann um die Ecke in diesen Waldweg biege, geht mir das Herz auf ♥

StegOhne Worte: Das ist wie nach hause kommen♥

Rettungsring

TreibholzKein Wunder, dass mein Mann als Fotograf sich an diesen Stränden verliert. Wenn man DAS HIER schon frühmorgens sehen darf, kann der Tag nur gut werden.

StrandmusterDie Natur ist der beste Bildhauer.

WaldStrand und Kiefernwald – diese Kombi ist in Dueodde einfach unschlagbar.

BankMeine Bank :-))

HolzIn den kleinen Straßen-Buden gibt´s zu dieser Jahreszeit nur eines: Feuerholz, Feuerholz und Feuerholz.

Baum

Dieser Baum bedeutet mir sehr viel. Er ist der Anfang meiner „Geschichte“ auf Bornholm. Als ich das erste Mal nach Bornholm kam, stieg ich dort aus, lief zu dem Baum, sah das Meer und schon war es um mich geschehen ♥♥♥ Ich besuche ihn jeden Tag!

grüne Bank

Meine Bank Nummer 2. Es gibt nicht Schöneres, als auf einer Bank zu sitzen und aufs Meer zu schauen. Und das Tollste im Januar: Es kommt keiner vorbei und ich kann meinen Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes „freien Lauf “ geben.

BootWer kennt nicht „Sørens Værtshus“ in Snogebæk?! Im Sommer herrscht hier der tollste Trubel und jetzt versinkt das „Wahrzeichen“ des Fischerdorfes im Winterschlaf.

Häuser

Ich komme nach meiner Fahrradtour nach Hause und mein Mann Udo war kreativ: Nach unserem Treibholz sammeln ist ein neues Kunstwerk entstanden. Einfach schön!
Alles in allem ein toller Start in den 13. Januar! Wünsche Euch allen einen schönen Tag und freue mich schon jetzt auf den 13. Februar :-))

Alles Liebe
Eure Steffi ♥

Bornholm morgens viertel nach acht: Glück in den Gesichtern

Ich hab´s ja schon mal in einem Blog-Eintrag im Dezember erwähnt: Ich fahre morgens immer Fahrrad! Und das mit Begeisterung! Fast bei jedem Wetter treibt es mich raus. Und es gibt vor allem zwei Gründe, warum ich das tue:
1. um ans Meer zu fahren, die Bewegung und die Natur zu genießen und
2. um die Menschen frühmorgens zu treffen und in ihre Gesichter zu schauen und mich zu freuen 🙂
Foto FahrradWie alles begann…
Die freundlichen, gar friedlichen Gesichter der Menschen hier sind mir schon weit vor unserer Auswanderung aufgefallen. Nein noch mehr, sie waren einer der gefühlten Hauptgründe, den Schritt auf die Insel zu wagen.

Ich erinnere mich noch genau, wie wir im Urlaub mit unserem damals erst einjährigem Sohn in unserem Ferienhaus hier in Snogebæk beim Frühstück saßen und aus dem Fenster sahen. JEDEN Morgen im JANUAR kam dort auf dem kleinen Trampelpfad , der von der Straße zum Meer und auch direkt an unserem Haus entlangführte, die gleichen Menschen vorbei.
Erst kam der Mann im blauen Overall vorbei, seinen hochgewachsenen Dalmatiner an der Leine. Immer zur gleichen Zeit (und das war fast noch gefühlt vor Sonnenaufgang, denn damals war unser Sohn noch ein echter Frühaufsteher), ging er mit seinem Hund Gassi. Und jedes Mal ein Lächeln auf dem Gesicht. Eine halbe Stunde später kam er vom Meer zurück und hatte immer noch einen „seeligen“ Gesichtsausdruck.
Kurze Zeit danach kam Karl mit seinem Schäferhund. Dass er Karl heißt, erfuhren wir natürlich erst nach unserer Auswanderung, denn Karl ist jetzt unser Nachbar 🙂 Karl hatte immer (auch noch Jahre später!) die gleiche Pudelmütze auf und blieb immer kurz vor dem Übergang zum Meer stehen, um in Ruhe übers Meer zu schauen. Dann ging er rechts kilometerweit in Richtung Dueodde. Er war oft der einzige am Strand und seine Austrahlung war einfach freundlich und – ich wiederhole mich – friedlich! Karl blieb lange weg und wir sahen ihn oft erst 2 Stunden später wieder am Fenster entlanglaufen. Oder wir trafen ihn am Strand, denn bis dahin machten wir dann auch schon mal die erste Tour mit unserem kleinen Racker (mit Strand-tauglicher Gummibereifung des Kinderwagens). Er grüßte uns freundlich und unterheilt sich mit uns gerne auf deutsch.
Wenn wir dann vom Spaziergang nach Haus kamen und einen Tee tranken, kam eine ganze Truppe von kleinen, mit dicken Schneeanzügen und neonfarbenen „Verkehrs-Westen“ bekleideten, Jungs und Mädchen vorbei, vorne und hinten von einem Erwachsenen begleitet. Der Snogebæker Kindergarten, rieten wir. Am Strand angekommen, tollten die Kleinen herum, buddelten im Sand und liefen mit ihren kleinen Gummistiefeln ins Wasser. Und man hörte keine Kindergärtnerin grell irgendwelche Kommandos schreien… Einfach, na was wohl: friedlich! Ich schlich mich dann ab und zu ans Meer um neugierig zu schauen, was die so machten, denn immerhin sollte mein Sohn ja auch ins Kindergartenalter kommen. Die Kindergärtnerinnen, nein es war auch ein Mann dabei, grüßten mich freundlich und es durchströmte mich ein wohliges, warmes Gefühl, irgendwie war das wie „“Nachhause kommen“.
Genau SO wollte ich auch leben, ich wollte auch so entspannte Gesichtzüge haben und eine tiefe Ruhe ausstrahlen (davon war ich damals noch Lichtjahre entfernt). Und von Ruhe und Frieden umgeben sein!
Dieses Szenario wiederholte sich drei Winterurlaube lang. Und es ließ uns nicht los, wir wollten mehr…

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14 Jahre später…
Heute sitze ich nicht mehr im Ferienhaus am Fenster und bin Zuschauer. Nein heute bin ich mittendrin! Und wisst Ihr was: Ich treffe immer noch die gleichen Menschen, nur dass ich sie jetzt kenne und ihren „Lifestyle“ teile. Auch ich gehe bzw. fahre jeden Morgen zum Meer. Und ich habe gelernt zu lächeln und zu genießen.
Karl treffe ich weiterhin jeden Morgen. Und jedes Mal, wenn wir uns begegnen, winkt er mir freundlich zu und kommt mit einem IMMER positiven Kommentar zum Wetter. „Endlich wieder Regen, das hat die Natur gebraucht“, „Hast du den Sonnenaufgang gesehen. Bei so kaltem Wetter ist die Sicht so wunderbar klar“, „Herrlich dieser Morgen, findest du nicht auch?“ Karl ist ein „Seelenfreund“, ohne dass er es weiß. Ich habe ihm bis heute nie erzählt, dass er einer meiner „Vorbilder“ war, dass er uns einfach nur durch seine Austrahlung auf die Insel gelockt hat. Ich bringe ihm ab und zu ein selbstgebackenes Brot vorbei und wir klönen. Ich mag ihn wirklich sehr 🙂

Oder der Mann mit dem Fahrrad, der jeden Morgen am Parkplatz am Turistvej steht und aufs Meer schaut. Und wenn man ihn anschaut …. lächelt er.
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Gesichter die milde stimmen
Irgendwie erschienen mir die Menschen schon seit jeher freundlicher und milder hier auf Bornholm. Was ist das Geheimnis der Menschen? Es ist sicher die Nähe zum Meer, denn die meisten treffe ich am Strand. Doch selbst der Nachbar, der morgens zu seiner Schicht in den kleinen Einkaufsladen im Dorf geht, grüßt mich überschwenglich. Oder die Hundebesitzer, die ihre Hunde ganz im Vertrauen von der Leine nehmen, damit sie miteinander spielen können. Man hört nie ein böses Wort. Wenn mir Bekannte joggend entgegenkommen, haben sie immer Zeit, stehenzubleiben und einen kleinen „Schnack“ zu halten. Es scheint, als wenn für alles Zeit ist.

5 Männer auf Morgentour
Unsere Fotogalerie liegt direkt am Fahrradweg nach Nexø. Da mein Mann und ich selbständig sind, frühstücken wir – sobald die Temperaturen und der Sonnenstand es zulassen – morgens (nach dem Fahrradfahren !) im Innenhof vor unserem Haus. Von dort haben wir Ausblick auf den Fahrradweg und einige Radler grüßen im Vorbeifahren und wünschen uns guten Appetit. Im Frühjahr letzten Jahres fiel mir eine Gruppe von älteren Herren auf, die selbst nach zwei Wochen immer noch jeden Morgen an unserem Haus vorbeiradelten und jedes Mal mir großes Gesten und äußerster Freundlichkeit grüßten (ohne abzusteigen, wohl gemerkt!). Und nach einer Stunde kamen sie zurück und die Prozedur wiederholte sich. Die Freundlichkeit war so überschwenglich, dass ich meinem Man irgendwann fragte : „Kennst du die?“. Nein, er kannte sie nicht. Irgendwann war mir dann klar, dass das keine Touristen sein konnten, denn sie radelten auch noch nach Wochen vorbei. Im Sommer fielen sie im Trubel der Touristen nicht auf, aber jetzt im Winter treffe ich sie nach wie vor jeden Tag.  Immer genau um 8.15 Uhr machen sie Halt am Parkplatz im Turistvej in Snogebæk. Egal wie das Wetter ist. Und wieder blicke ich in fünf strahlende Gesichter mit Fahrradhelm. Das macht einfach gute Laune!

Ja, darum fahre ich so gerne Fahrrad auf Bornholm morgens um viertel nach acht ♥

Alles Liebe
Eure Steffi
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