Wintersonnenwende… jetzt werden die Tage wieder länger und das Licht kommt zurück :-) Tschüss bis zum nächsten Jahr ❤️

Gestern,  am 21. Dezember, haben wir die Wintersonnenwende auf Bornholm gefeiert. Eine schöne Tradition, dem kürzesten Tag und gleichsam der Wiederkehr des Lichts zu gedenken. In Snogebaek wird dieser Tag schon seit Jahren mit einem schönen Ritual zelebriert. Das Dorf … Weiterlesen

Gar nicht langweilig: Meine Adventswoche auf Bornholm :-)

Viele Touristen fragen mich im Sommer, wie es wohl hier so im Winter sei? Die meisten gruselt die Vorstellung, bei Kälte, Wind und womöglich Schnee auf der Insel zu sein. Ja, es ist MENSCHENLEER!!! Und das ist wunderbar – finde … Weiterlesen

Lebe dänisch: Ohne“hygge“ geht es nicht!

Kaum ein Wort im Dänischen beschreibt so treffend den dänischen Lifestyle und ist gleichsam so schwer zu übersetzen. Gemeint ist: HYGGE! Dieser Begriff steht wie kein anderer für die dänische Mentalität, bringt das Völkchen durch lange Winter und ist vielleicht die Erklärung, warum die Dänen als die glücklichsten Menschen gelten…

Vor ein paar Tagen saß ich bei dem Chefredakteur der Bornholmer Tageszeitung (Bornholms Tidende), Søren Rosenlund Christensen, um über den neuen Bornholmer Online-Shop zu sprechen und die Möglichkeiten, diesen auch den deutschen Kunden zugänglich zu machen. Ich beschrieb ihm, wie schön es wäre, wenn der deutsche Urlauber, der ja bekannterweise die Insel so liebt, sich als echter Fan mal ab und zu ein paar schöne Produkte nach Hause bestellen könnte. Eine kleine Kiste mit Schokolade, Schokoküssen, Bonbons, Honig, Öl, Pasta…“. Er meinte daraufhin: „Det vil være hyggeligt!“ und fragte mich in einem Atemzug, was eigentlich „hyggelig“ auf Deutsch bedeutet. Nachdem er mit erzählte, dass er in Tønder nahe der Grenze und mit der Sesamstrasse als abendliches Kinderprogramm aufgewachsen sei, versucht er es mit: „Das wäre gemütlich“. Daraufhin meinte ich vorsichtig, dass das nicht so ganz in diesem Zusammenhang passen würde. Ich versuchte ihm nun das deutsche Wort „Gemütlichkeit“ zu erklären und wir kamen zu dem Schluss, dass man „hygge“ erleben muss. Man muss Dänemark und im Besonderen natürlich Bornholm besuchen, um das Wort erfassen zu können. Søren konnte nach einem Jahr auf der Insel bestätigen, dass es auf Bornholm eben besonders „hyggelig“ zugeht.

Um die Gewichtigkeit des Wortes aufzuzeigen,  kann ich nur einen Satz zitieren, den ich immer wieder Menschen mitgebe, die bei unseren Lesungen im Sommer fragen, wie denn das Leben so im Winter auf Bornholm sei. Darauf antworte ich dann fast immer: „Man muss es lieben, sich zu hyggen, sonst hat man es schwer hier“.

Hygge liegt in der Luft
Auf Bornholm liegt „hygge“ einfach in der Luft. Du merkst es im Straßenverkehr, in den Einkaufsschlangen der Supermärkte, wenn du in der Apotheke oder der Bank die Nummer gezogen hast und geduldig wartest, dass du an die Reihe kommst. Die Menschen nehmen es gelassener, egal was es ist. Man hat irgendwie mehr Zeit als andernorts. Dies zieht eine Entschleunigung nach sich, die ich als reine „hygge“ bezeichnen würde.

Alles etwas kleiner, etwas süßer
„Hyggelig“ kann auch der kleine Vorgarten mit den schönen Stockrosen sein, oder das gelbe Fachwerkhaus mit den alten Dannebrogs-Fenstern und der Holzbank im verwilderten Garten.
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Der Bornholmer liebt es, hyggelig zu wohnen. Und diesen Wohnstil kann man schwer beschreiben. „Gemütlich“ ist da wohl schon die beste Übersetzung. Aber die Bornholmer „hygge“ ist eben stilmässig nicht mit der deutschen Gemütlichkeit zu vergleichen, bei der man sich auch schnell mal Gelsenkirchener Barock-Möbel mit Bierkrug garniert vorstellen kann. Die Bornholmer Wohn-„hygge“ fühlt man, wenn man sie sieht. Das Kleine, das Feine, das Alte mit dem Neuen kombiniert, die Liebe zu den Dingen und zum Detail.
Skandinavisches Design steht hoch im Kurs und die klaren Linien dieser Wohnstilart werden auf Bornholm oft kunstvoll mit Altem und Kuriosem kombiniert. Wenn man in die Fenster auf Bornholm schaut, die selten mit Gardinen verhängt sind, so erhascht man schnell einen Eindruck von Bornholmer Gemütlichkeit. Und wenn man dann vor so einem Fenster in Svaneke oder Gudhjem steht und entzückt ist,  würde der Däne sagen: „Ej , hvad er det hyggeligt!“
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Hygge heißt ins Feuer schauen
„Vi hygger os i aften“, wenn man so eine Verabredung für den Abend triff, so stehen die Zeichen bereit für einen gemütlichen Abend mit Klönen, Ofen an, Tee oder Kaffee. Also ist die wichtigste Anschaffung oder DAS Einrichtungsstück in einem Bornholmer Haus der Holzofen. Ich kann mir KEINEN Abend ohne meinen Ofen vorstellen. Der Ofen ist im Winter immer in Betrieb, die erste Amtshandlung nach dem Aufstehen heißt „Ofen an!“ und wenn man das Haus für mehrere Stunden verlassen hatte und nach Hause kommt, ist einer in der Familie dran mit… richtig: „Ofen an!“. Und das Tolle ist, das man damit bereits in Kürze eine ganz bestimmte Stimmung ins Haus gezaubert bekommt. Genau aus diesem Grund ist auch fast jedes Haus mit einem Holzofen ausgestattet und ich kann nur jedem Urlauber empfehlen, diesen zu benutzen, denn ein echtes Bornholm-Feeling erlebt man vor allem mit dem „brændeovn“, der idealerweise eine Scheibe haben sollte. Das ist übrigens auch im Sommer am Abend total „hyggelig“.

Nicht ohne meinen Kaffe
Hygge hat oft was mit dem leiblichem Wohl zu tun. Dazu gehört für den Bornholmer abends wie erwähnt gerne Kaffe und Kuchen oder Kekse. Warum gerade abends so gerne Kaffe getrunken wird, konnte mir bisher keiner beantworten. Egal ob man zum Elternabend, zur Vereinssitzung oder Arbeitsmeeting am Abend geht, man nimmt eine Thermoskasse Kaffe mit. Nun bin ich Teetrinker, aber das wird mittlerweile auch geduldet.

Freitagabend-hygge 
Der Freitagabend ist besonders heilig in den Bornholmer Familien. Für Eltern mit kleineren Kindern gibt es nur ein Programm: „Disneyshow“ und „slik“. „Slik“ sind Süßigkeiten, vornehmlich Haribo-Mix-Tüten. Als wir nach Bornholm kamen, waren unsere Jungs 6 und 4 Jahre altund ich hatte meine Kinder bis dahin als ordentliche deutsche Mutter fern gehalten von großen Süß-Orgien. Doch nun hieß es plötzlich, dass Freitags um 19.00 Uhr, passend zum Start der „Disneyshow“ im Fernsehen, echte Nasch-Feten abgefeiert werden sollten. Meine Kinder hatte schnell im Kindergarten und Schule gelernt, dass das hier so ist und wenn Freunde zum Spielen oder Übernachten eingeladen wurden, wurde ich verpflichtet, bitte –  genauso wie in allen anderen Familien – , bis an den Rand gefüllte Haribo-Schalen auf den Couchtisch zu stellen. Das war „hyggelig“, erklärte man mir von Kinder- und Erwachsenenseite. Kann ich bis heut enicht so nachvollziehen, aber woanders muss halt die Chipstüte zur Gemütlichkeit herhalten.

Hochsaison der „hygge“: Weihnachten
In der Weihnachtszeit packt der Däne alles aus, was die „hygge“ zu bieten hat. Die Weihnachtsfeiern heißen auf Dänisch „julefrokost“, werden aber nicht nur auf der Arbeit, sondern auch mit Freunden und Familie zelebriert. Und sobald Freunde und die Lieben alle um einen Tisch herum sitzten, man gemeinsam isst und trinkt, beginnt schon die hygge… gerne mit ein paar gemeinsam geträllerten Liedern und einem Schnaps 🙂 Dann steht der Monat Dezember eben auch ganz im Zeichen der Kerzen, der selbstgebackenen Kekse und des Schmalzgebäcks, der Jule-Märkte, der Jule-Dekoration und dem Basteln von Weihnachts-Schmuck.

Sommer-„hygge“ auf Bornholmer Art
Sobald die Sonne hochsteht, wird die „hygge“ nach draußen verlagert. Man trifft sich mit Freunden zum Picknick, die Klassen-Arrangements der Schule finden mit allen auf den Klippen oder am Strand statt, den Picknickkorb und die Thermoskanne mit Kaffe immer dabei. Im Sand sitzen, auf dem Grillplatz ein Lagerfeuer machen oder sich irgendwo mit Freunden zum Barbecue treffen, das ist „hygge“ pur.

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Hygge geht nur ohne Stress
Jetzt könnte man ja meinen, dass wir das alles genauso in Deutschland oder in anderen Ländern haben. Stimmt auch zum Teil, aber was der Däne so wunderbar hinbekommt ist, dass er alles ohne Stress macht. Wenn Freunde zusammenkommen, kommt keine Hektik auf und keiner läuft nervös ums Bufett, um zu checken ob auch alles da ist. Bei der Weihnachtsfeier sind alle, inklusive der Gastgeber, relaxt. Und beim Barbecue geht es locker ohne Dresscode und irgendwelchen Barbecue „must haves“ zu. Die entspanntesten „get together“ Veranstaltungen habe ich auf der Insel erlebt. Der Däne nimmt die Dinge, wie sie kommen, wie es ist. Wenn Ketchup fehlt, ist das auch nicht schlimm und zur Not wird alles mit dem Löffel gegessen, da das Besteck fehlt. Hauptsache alle bleiben im „hygge“-Modus. Und das ist das Geheimnis: Hygge funktioniert nur ohne Stress. Und daher funktioniert die „hygge“ besonders gut auf Bornholm!

Zusammengefasst würde ich sagen, dass „hygge“ am ehesten in Richtung „Es sich gut gehen lassen“ übersetzt werden kann. Und mit „schön, nett, niedlich, kuschelig“.
Aber das Wesentliche liegt in der Bedeutung des Wortes als „Lifestyle“. Denn es gibt Menschen, die die Bornholmer „hygge“ nicht aushalten können. Und denen „hygge“ nicht reicht. Wenn Bornholm aber mit EINEM Attribut protzen kann , dann ist es der Überschuss an „hygge“. Überall und immerzu. Das muss man mögen, muss das aushalten können. Und manchmal ist es das Einzige was bleibt, wenn alles andere wegfällt: Wenn Fähren wegen Sturm ausfallen, der Verkehr wegen Schneefall lahmliegt oder wenn die Touristen im Winter wegbleiben und die Stille über der Insel einfällt.
„Komm´ vi hygger os“ heißt es dann und der Ofen wird angemacht…

Wünsche Euch einen hyggeligen Abend!

Alles Liebe

Eure Steffi

Rügen meets Bornholm: Nachspann… Eine Liebeserklärung von „Fräulein Pe“ ♥

Heute erreichte mich eine Mail von Kerstin, Fräulein Pe, auch „Hinguckerin“ vom Beruf 🙂 Wir hatten drei tolle Tage zusammen und zum Glück habe ich da jemanden so sehr „infiziert“, dass bald ein Wiedersehen ansteht… „Liebe Steffi, es ist mittlerweile … Weiterlesen

Rügen meets Bornholm: Die Entdeckertour geht weiter…

Am zweiten Tag unserer Insel-Entdeckertour ließ sich die Sonne nicht sehen. Wir schliefen aus, frühstückten ausgedehnt und verließen erst um 12.30 Uhr das Haus. Es ging erst nach Svaneke, denn da hatte ich am Tag zuvor gesehen, dass mein Lieblingsbäcker „Svaneke Brød“ am Samstag von 7 bis 17 Uhr geöffnet haben sollte.
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Also nichts wie hin, um eines der superleckeren Sauerteigbrote mit der krossen Kruste zu ergattern. Ab Mittags sind die beliebten Brotlaibe nämlich oft schon ausverkauft.
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Der Besuch in der Bäckerei ist immer wie ein kleiner Auflug in Großmutters Zeiten…

Kerstin konnte sich in der kleinen Backstube mit der Kamera austoben, ich hielt ein „Pläuschchen“ mit der Verkäuferin und wir bekamen eine Apfelschnitte und eine Zimtschnecke als „Wegzehrung“ für unsere Tour geschenkt. Da sagt man natürlich nicht Nein, zumal die „Teilchen“ gerade frisch aus dem Ofen kamen.

Im Auto roch es nun herrlich nach frischem Brot und wir fuhren weiter Richtung Norden. Da das Wetter recht kalt und ungemütlich war, fuhr ich uns bequem mit dem Auto an alle „Hotspots“ heran. Kerstins Augen wurden immer größer beim Anblick der Granitklippen, der Buchten, der malerischen Häuser, die die Küstenstrasse säumten.

Das Licht lud nicht gerade zum Fotografieren ein und die Granitfelsen schienen das bisschen Licht, das der Tag uns schenkte, geradezu einzusaugen. „Wow, das ist ja irre, wie vielschichtig die Insel ist. Das sieht hier ja total anders aus, als dort, wo wir gestern waren!“, kommentierte Kerstin ihre Begeisterung und Verwunderung zugleich. „Stell dir das mal alles im Sommer vor“, regte ich ihre Phantasie an. „Oder im Mai, wenn hier die Buschröschen und der Bärlauch blühen“, schwärmte ich weiter. Ich fuhr sie an meine „Sommerstellen“ in Allinge, Sandvig und am Hammerknuden, sowohl zum Baden, zum Essen oder zum Chillen und Musikhören an lauen Juli-Abenden. Trotz Februar-Grau und -Kälte kam ein bisschen Sommerfeeling bei ihr an…

Die gewisse „Tristesse“, die über dem Norden hing, wurde immer wieder durchbrochen durch farbenfrohe Akzente, die so typisch für Bornholm sind. „Schau dir mal DAS Gelb an, das ist doch der Hammer. Und dann stell dir Stockrosen davor vor, 25 Grad und Wellenrauschen… So ist mein Sommer hier auf der Insel! Und immer Ruhe, selbst in der Hochsaison“, hörte ich mich schon wieder schwärmen. Aber meine unermüdliche Begeisterung für Bornholm kannte meine Freundin ja schon 😉

Wir teilen uns schwesterlich unsere leckere Wegzehrung aus Svaneke, die am Strand besonders toll schmeckte.:-)
IMG_0401Dann wurde uns mit der Dämmerung langsam kalt und Kerstin hatte DIE Idee des Tages: Komm wir fahren nach Hause und ich mache uns eine frische Hühnersuppe. Also Ofen an im „Bin am Meer“-Haus, Katie Melua-CD rein, Suppe auf den Herd und …. ahhhh … einfach nur entspannen. Besser kann so ein Tag nicht zuende gehen. 🙂

Alles Liebe
Eure Steffi

Rügen meets Bornholm: Insel-Entdeckertour zu zweit

An diesem Wochenende hatte ich besonderen Besuch auf der Insel. Frei nach dem Motto „Rügen meets Bornholm“ kam meine Freundin und Fotografin Kerstin Petermann, liebevoll auch Fräulein Pe genannt, eingeflogen. Kerstin ist auf Rügen aufgewachsen und lebt seit über zwanzig … Weiterlesen

Ein Sonntag im Januar auf der Hammerburg

Komm` wir fahren mal wieder auf die Hammerburg!
Bei diesem Vorschlag muss ich mich nicht zweimal bitten lassen.
Von Snogebæk die Küstenstrasse bis nach Allinge hochzufahren, ist jedes Mal wie ein kleiner Urlaub für mich!
Wie eine Reise in eine andere Welt. Alles ist anders im Norden: Das Licht, die Stimmung, die Landschaft, die Vegetation… Sobald ich kurz nach Nexø an der Ostküste die Klippen rechts von der Strasse entdecken kann, „schaltet“ in mir etwas um. Es kommt ein „Bretagne“-Feeling auf, denn die Granit-Klippen schlucken das Licht, das Meer ist dunkler und oft hängen um diese Jahreszeit über dem Osten und Norden mehr Wolken als bei uns im Süden.

Ich genieße die rund 45 Minuten Autofahrt. Meist schweifen die Augen in die Landschaft, die Eindrücke werden aufgenommen, selbst die Kinder sind im Auto still, denn es geht ja auf „Abenteuerfahrt“.
Der Auftrag heißt „Platten finden“, damit sind Holzplatten gemeint, die der Sturm hoffentlich in die Bucht unterhalb der Hammerburg angespült hat und die Udo gerne für seine Treibholzkunst verbauen möchte. Mats will natürlich auch unbedingt angeln, denn ohne Angel geht er eigentlich fast nirgendwo hin und die „Møllevik“ ist ein heißer Spot zum Meerforellenfischen, zumindest heute 😉
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So trennen wir uns kurz vor dem Aufgang auf die Hammerburg, denn links führt für Mats und Udo ein Weg hinunter in die Bucht, doch Marius und ich wollen die Burg erobern!

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IMG_1707Das letzte Mal, erinnert er sich, war er im Sommer mit seiner Klasse hier.  Irgendwie kann er nichts an Zahlen, Daten und Fakten entsinnen, nur dass es „total heiß und langweilig“ war. Ich versuche auch in meinem Gedächtnis irgendwas hervorzukramen, das ich über die Hammerburg gelesen habe. Aber ehrlich gesagt, tue ich mich auch etwas schwer mit detallierten Geschichtsdaten. Mich uns Marius interessiert es mehr, die Burg mit allen Sinne zu erleben und nachzufühlen, wie das „damals“ so war… Und es ist herrlich zu sehen, wie Marius die Burg an diesem Sonntag entdeckt.
Wir sind ganz alleine und er rennt von Fleck zu Fleck und will alles erklettern. Das geht nur bedingt, denn derzeit wird die Burg mit großem Aufwand restauriert, denn der ein und andere Stein sitzt nach den 800 Jahren nun doch schon ein bisschen lose. Daher muss ich Marius in seinem Klettertrieb etwas bremsen

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Doch dieser Baum darf dann aber erklettert werden!

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Andächtig und staunend über so viel Schönheit genießen wir die Aussicht. Ich erzähle ein bisschen über die Zeit im 12. Jahrhundert, als hier in „Spitzenzeiten“ mehr als 300 Menschen auf der Burg gewohnt haben. Wir entdecken einige der Heilkräuter, die die Mediziner der Burg schon damals rund um die Burg kultivierten, darunter Wermut, Malve und Wegwarte.

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Dann kommen wir natürlich zu dem „Höhepunkt“ , nämlich dem Mandelturm, der zeitweilig auch als Gefängnis gedient hat und in dem die Gräfin Leonora Cristina im Jahre 1660 über 17 Monate wegen Hochverrats hinter Gittern saß. Irgendwie beklemmend und zugleich faszinierend, diese Geschichte nachzuspüren.. Wir schauen uns die Überreste der alten Brauerei und der Viehställe an und es ist spannend, die Erklärungstafeln zu studieren. Irgendwie wie Schule, aber an einem Familienausflug am Sonntag viel packender…

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Die Aussicht Richtung Vang ist gigantisch. Doch plötzlich hören wir Marius Bruder unten in der Bucht rufen. Das kann nur „Fisch“ bedeuten. Wir erahnen aus der Entfernung, dass er einen Fisch drillt und beschliessen, schnell zu den beiden runterzulaufen, um da nix zu verpassen 😉

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Aber Zeit für ein „Abstiegs-Selfie“ muss ein 🙂

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Tja, unten angekommen, erfahren wir, dass wir das Spannendste nun doch verpasst hatten:  Eine Meerforelle beim Landen verloren, zwei weitere schöne blanke Fische im Drill entwischt. Schade, da müssen wir nachher dann doch einen Burger essen gehen 😉

IMG_1762Zum Abschluss gibt es dann noch einen obligatorischen Steine-Weitwurf-Wettbewerb zwischen den männlichen Hauptpersonen der Familie, bevor wir dann alle die Treibholz-Funde den GANZEN WEITEN WEG wieder nach oben schleppen. Da war der Hamburger dann wirklich verdient.

Die Hammerburg ist einfach ein Abenteuer.  Das historische Bauwerk ist beeindruckend und die Landschaft, der Ausblick, die Atmosphäre einfach berauschend. Wenn Ihr nach Bornholm kommt, müsst Ihr das gesehen und erlebt haben. Zur Saison hat dann auch wieder das kleine Museum am Fuße der Burg geöffnet, dessen Besuch sich wirklich lohnt, denn dort gibt es auch Original-Funde zu bestaunen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden.
Hier noch ein schöner Link für ein paar mehr fundierten Infos.

Jetzt im Winter ist es hier an diesem Ort besonders schön, da man komplett alleine ist und das hat einen ganz besonderen Reiz. Ein perfekter Sonntag im Januar auf Bornholm ♥

Alles Liebe

Eure Steffi

Wintersonne auf Bornholm: An Tagen wie diesen will man die Welt umarmen!

Eigentlich wollte ich heute Morgen nur mal wieder Fahrrad fahren. Um 8.30 Uhr kam ich am Hafen in Snogebæk an, ca. 250 Meter von unserem Wohnhaus entfernt. Die Handy-Kamera wollte ich mal in der Jackentasche lassen, denn ich wollte ca. 16 km Strecke schaffen. Doch als ich die über dem Meer aufsteigende Sonne sah, war es um mich geschehen…Ich konnte nicht anders, als meine Kamera zu zücken….
Foto (24)Das Licht war einfach umwerfend, die Stimmung ebenso. Klirrender Frost lag über dem Meer, überall hatte sich eine glitzernde Schicht Eiskristalle abgelegt. Einfach ZU schön. Kurzerhand war mein Plan umgeschmissen, ich radelte schnell nach Hause, um dann noch schneller zu frühstücken. Es zog mich raus, denn das war der Tag der Tage.

An Tagen wie diesen..
…will man die Welt umarmen! ♥♥♥

Ein Tag für die Bornholmer Südküste!
Gerade im Winter ist es einfach genial, an der Südküste zu wohnen. Denn das Licht ist hier intensiv, der feine Sandstrand reflektiert das Licht auf eine Art, dass man leichte Frühlingsgefühle mitten im Winter bekommt. Ein Freundin, die an der Ostküste in den Klippem wohnt, hat mir mal anvertraut, dass sie im Winter auch am liebsten im „Süden“ wohnen würde. Diese Küste lässt die Winterseele aufatmen und strahlt einfach eine leichte und kräftige Energie aus, gerade das, was man an kurzen, dunklen Wintertagen braucht.

Also habe ich heute meine Lieblingstrände besucht…

Strand „Udegårdsvej“:
Ein Strand zum Träumen, Robinson Crusoe-Spielen, zum Meditieren, Philosophieren, Treibholz sammeln, Bernstein suchen… einfach wunderbar! Ich liebe besonders das „Wilde“ an ihm!
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Strand „Strandvej“ oder Anglern auch als „Stenodde“ bekannt:
Hier hab ich vor vielen Jahren meinen ersten Knurrhahn auf der Insel gefangen und mein Mann seinen größten Bernstein gefunden. Also ein Strand mit guten Erinnerungen…

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Strand „Øster Sømarken“:
Dieser Strand erinnert mich – wie wohl die meisten Deutschen – an einen Mann: den Musiker und unseren guten Freund „Siggi Bjørns“, der im Sommer in der kleinen, legendären Räucherei spielt, die nur 100 Meter vom Hafen entfernt liegt… Selbst im Winter habe ich seine Klänge im Ohr, wenn ich hier bin 🙂

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Strand „Vester Sømarken“:
Wohl am ehesten bekannt als der Strand des Restaurant „Kadeau“, DAS Gourmet-Restaurant auf der Insel.
Mit einem fantastischen Blick aufs Meer !!!

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Strand „Geddebæk“:
Nicht nur Anglern bekannt 😉 Die Hütten sind einfach ein tolles Fotomotiv! Und die Stimmung ist bei diesem Licht sogar im Januar karibisch :-)))

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Strand Snogebæk Turistvej-Parkplatz:
Mein „Haustrand“. Diesen Strand besuche ich jeden Tag, gehe spazieren, gehe angeln, klönen mit Vorbeikommenden. Heimat !

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Strand Boderne:
Der Strand bei „Pia Stærmose“. Ein Garant für tolles Licht und der kleine Hafen ist einfach gemütlich.

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Und mein Sohn findet einen „Eis-Fisch“ :-))

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Nach diesem Tag an Bornholms Südstränden habe ich Sonne gespeichert und freue mich auf das Erwachen der Natur, auf die Sommerzeit, auf Ostern und auf einen herrlichen Sommer! Gefühlt gar nicht mehr so lange hin … an Tagen wie diesen!
Hoffe, Ihr konntet auch ein wenig Sonne abkriegen auf dieser kleinen Bornholm-Südtour :-))
Alles Liebe ♥

Steffi

13/13 auf Bornholm: 13 Fotos vom 13. Januar

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass ein Blogger in den USA vor vielen Jahren  angefangen hatte, an jedem 12. des Monats 12 Fotos seines Tages zu posten.
Finde ich ne gute Idee!
Ich mach jedoch eine 13/13 daraus, sprich ab jetzt gibt es an jedem 13. eines Monats 13 Bilder von meinem Tag.
Gibt ja immer noch Menschen, die mit dem 13. irgendwie ein ungutes Gefühl verbinden und damit sollte mal Schluss sein 🙂
Also hier mal 13 Fotos von meinem Tag bzw Morgen, denn mir sind schon morgens so viele herrliche Eindrücke vor die Handy-Linse gelaufen, dass ich schon „fertig“ bin :-))
Das darf gerne ansteckend wirken :-))
P.S: Ich habe übrigens dabei keinen Anspruch auf fantastische Fotos. Ich würde behaupten, dass ich da nicht mit einem besonderen Talent gesegnet bin, aber es macht Spaß und ich begnüge mich mit meinem IPhone, denn zu ner „richtigen“ Kamera hat´s noch nicht gereicht. Kann ja noch kommen.. :-))

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Puha, etwas unscharf. Aber was soll´s … Es zeigt auf jeden Fall, dass ich auf meinem Fahrrad auf dem Weg zum Meer bin. Wer Bornholm noch nicht so gut kennt: Dueodde ist eines der beliebtesten Feriengebiete auf der Insel, liegt im Süden und hat traumhafte Sandstrände, Dünen und Kiefernwälder.

WegWenn ich dann um die Ecke in diesen Waldweg biege, geht mir das Herz auf ♥

StegOhne Worte: Das ist wie nach hause kommen♥

Rettungsring

TreibholzKein Wunder, dass mein Mann als Fotograf sich an diesen Stränden verliert. Wenn man DAS HIER schon frühmorgens sehen darf, kann der Tag nur gut werden.

StrandmusterDie Natur ist der beste Bildhauer.

WaldStrand und Kiefernwald – diese Kombi ist in Dueodde einfach unschlagbar.

BankMeine Bank :-))

HolzIn den kleinen Straßen-Buden gibt´s zu dieser Jahreszeit nur eines: Feuerholz, Feuerholz und Feuerholz.

Baum

Dieser Baum bedeutet mir sehr viel. Er ist der Anfang meiner „Geschichte“ auf Bornholm. Als ich das erste Mal nach Bornholm kam, stieg ich dort aus, lief zu dem Baum, sah das Meer und schon war es um mich geschehen ♥♥♥ Ich besuche ihn jeden Tag!

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Meine Bank Nummer 2. Es gibt nicht Schöneres, als auf einer Bank zu sitzen und aufs Meer zu schauen. Und das Tollste im Januar: Es kommt keiner vorbei und ich kann meinen Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes „freien Lauf “ geben.

BootWer kennt nicht „Sørens Værtshus“ in Snogebæk?! Im Sommer herrscht hier der tollste Trubel und jetzt versinkt das „Wahrzeichen“ des Fischerdorfes im Winterschlaf.

Häuser

Ich komme nach meiner Fahrradtour nach Hause und mein Mann Udo war kreativ: Nach unserem Treibholz sammeln ist ein neues Kunstwerk entstanden. Einfach schön!
Alles in allem ein toller Start in den 13. Januar! Wünsche Euch allen einen schönen Tag und freue mich schon jetzt auf den 13. Februar :-))

Alles Liebe
Eure Steffi ♥

Bornholm morgens viertel nach acht: Glück in den Gesichtern

Ich hab´s ja schon mal in einem Blog-Eintrag im Dezember erwähnt: Ich fahre morgens immer Fahrrad! Und das mit Begeisterung! Fast bei jedem Wetter treibt es mich raus. Und es gibt vor allem zwei Gründe, warum ich das tue:
1. um ans Meer zu fahren, die Bewegung und die Natur zu genießen und
2. um die Menschen frühmorgens zu treffen und in ihre Gesichter zu schauen und mich zu freuen 🙂
Foto FahrradWie alles begann…
Die freundlichen, gar friedlichen Gesichter der Menschen hier sind mir schon weit vor unserer Auswanderung aufgefallen. Nein noch mehr, sie waren einer der gefühlten Hauptgründe, den Schritt auf die Insel zu wagen.

Ich erinnere mich noch genau, wie wir im Urlaub mit unserem damals erst einjährigem Sohn in unserem Ferienhaus hier in Snogebæk beim Frühstück saßen und aus dem Fenster sahen. JEDEN Morgen im JANUAR kam dort auf dem kleinen Trampelpfad , der von der Straße zum Meer und auch direkt an unserem Haus entlangführte, die gleichen Menschen vorbei.
Erst kam der Mann im blauen Overall vorbei, seinen hochgewachsenen Dalmatiner an der Leine. Immer zur gleichen Zeit (und das war fast noch gefühlt vor Sonnenaufgang, denn damals war unser Sohn noch ein echter Frühaufsteher), ging er mit seinem Hund Gassi. Und jedes Mal ein Lächeln auf dem Gesicht. Eine halbe Stunde später kam er vom Meer zurück und hatte immer noch einen „seeligen“ Gesichtsausdruck.
Kurze Zeit danach kam Karl mit seinem Schäferhund. Dass er Karl heißt, erfuhren wir natürlich erst nach unserer Auswanderung, denn Karl ist jetzt unser Nachbar 🙂 Karl hatte immer (auch noch Jahre später!) die gleiche Pudelmütze auf und blieb immer kurz vor dem Übergang zum Meer stehen, um in Ruhe übers Meer zu schauen. Dann ging er rechts kilometerweit in Richtung Dueodde. Er war oft der einzige am Strand und seine Austrahlung war einfach freundlich und – ich wiederhole mich – friedlich! Karl blieb lange weg und wir sahen ihn oft erst 2 Stunden später wieder am Fenster entlanglaufen. Oder wir trafen ihn am Strand, denn bis dahin machten wir dann auch schon mal die erste Tour mit unserem kleinen Racker (mit Strand-tauglicher Gummibereifung des Kinderwagens). Er grüßte uns freundlich und unterheilt sich mit uns gerne auf deutsch.
Wenn wir dann vom Spaziergang nach Haus kamen und einen Tee tranken, kam eine ganze Truppe von kleinen, mit dicken Schneeanzügen und neonfarbenen „Verkehrs-Westen“ bekleideten, Jungs und Mädchen vorbei, vorne und hinten von einem Erwachsenen begleitet. Der Snogebæker Kindergarten, rieten wir. Am Strand angekommen, tollten die Kleinen herum, buddelten im Sand und liefen mit ihren kleinen Gummistiefeln ins Wasser. Und man hörte keine Kindergärtnerin grell irgendwelche Kommandos schreien… Einfach, na was wohl: friedlich! Ich schlich mich dann ab und zu ans Meer um neugierig zu schauen, was die so machten, denn immerhin sollte mein Sohn ja auch ins Kindergartenalter kommen. Die Kindergärtnerinnen, nein es war auch ein Mann dabei, grüßten mich freundlich und es durchströmte mich ein wohliges, warmes Gefühl, irgendwie war das wie „“Nachhause kommen“.
Genau SO wollte ich auch leben, ich wollte auch so entspannte Gesichtzüge haben und eine tiefe Ruhe ausstrahlen (davon war ich damals noch Lichtjahre entfernt). Und von Ruhe und Frieden umgeben sein!
Dieses Szenario wiederholte sich drei Winterurlaube lang. Und es ließ uns nicht los, wir wollten mehr…

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14 Jahre später…
Heute sitze ich nicht mehr im Ferienhaus am Fenster und bin Zuschauer. Nein heute bin ich mittendrin! Und wisst Ihr was: Ich treffe immer noch die gleichen Menschen, nur dass ich sie jetzt kenne und ihren „Lifestyle“ teile. Auch ich gehe bzw. fahre jeden Morgen zum Meer. Und ich habe gelernt zu lächeln und zu genießen.
Karl treffe ich weiterhin jeden Morgen. Und jedes Mal, wenn wir uns begegnen, winkt er mir freundlich zu und kommt mit einem IMMER positiven Kommentar zum Wetter. „Endlich wieder Regen, das hat die Natur gebraucht“, „Hast du den Sonnenaufgang gesehen. Bei so kaltem Wetter ist die Sicht so wunderbar klar“, „Herrlich dieser Morgen, findest du nicht auch?“ Karl ist ein „Seelenfreund“, ohne dass er es weiß. Ich habe ihm bis heute nie erzählt, dass er einer meiner „Vorbilder“ war, dass er uns einfach nur durch seine Austrahlung auf die Insel gelockt hat. Ich bringe ihm ab und zu ein selbstgebackenes Brot vorbei und wir klönen. Ich mag ihn wirklich sehr 🙂

Oder der Mann mit dem Fahrrad, der jeden Morgen am Parkplatz am Turistvej steht und aufs Meer schaut. Und wenn man ihn anschaut …. lächelt er.
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Gesichter die milde stimmen
Irgendwie erschienen mir die Menschen schon seit jeher freundlicher und milder hier auf Bornholm. Was ist das Geheimnis der Menschen? Es ist sicher die Nähe zum Meer, denn die meisten treffe ich am Strand. Doch selbst der Nachbar, der morgens zu seiner Schicht in den kleinen Einkaufsladen im Dorf geht, grüßt mich überschwenglich. Oder die Hundebesitzer, die ihre Hunde ganz im Vertrauen von der Leine nehmen, damit sie miteinander spielen können. Man hört nie ein böses Wort. Wenn mir Bekannte joggend entgegenkommen, haben sie immer Zeit, stehenzubleiben und einen kleinen „Schnack“ zu halten. Es scheint, als wenn für alles Zeit ist.

5 Männer auf Morgentour
Unsere Fotogalerie liegt direkt am Fahrradweg nach Nexø. Da mein Mann und ich selbständig sind, frühstücken wir – sobald die Temperaturen und der Sonnenstand es zulassen – morgens (nach dem Fahrradfahren !) im Innenhof vor unserem Haus. Von dort haben wir Ausblick auf den Fahrradweg und einige Radler grüßen im Vorbeifahren und wünschen uns guten Appetit. Im Frühjahr letzten Jahres fiel mir eine Gruppe von älteren Herren auf, die selbst nach zwei Wochen immer noch jeden Morgen an unserem Haus vorbeiradelten und jedes Mal mir großes Gesten und äußerster Freundlichkeit grüßten (ohne abzusteigen, wohl gemerkt!). Und nach einer Stunde kamen sie zurück und die Prozedur wiederholte sich. Die Freundlichkeit war so überschwenglich, dass ich meinem Man irgendwann fragte : „Kennst du die?“. Nein, er kannte sie nicht. Irgendwann war mir dann klar, dass das keine Touristen sein konnten, denn sie radelten auch noch nach Wochen vorbei. Im Sommer fielen sie im Trubel der Touristen nicht auf, aber jetzt im Winter treffe ich sie nach wie vor jeden Tag.  Immer genau um 8.15 Uhr machen sie Halt am Parkplatz im Turistvej in Snogebæk. Egal wie das Wetter ist. Und wieder blicke ich in fünf strahlende Gesichter mit Fahrradhelm. Das macht einfach gute Laune!

Ja, darum fahre ich so gerne Fahrrad auf Bornholm morgens um viertel nach acht ♥

Alles Liebe
Eure Steffi
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Eine Bornholmer Weihnachtsgeschichte anno 2010: Bornholm versinkt im Schnee

In diesen Tagen kurz vor Weihnachten denke ich an das Weihnachtsfest vor vier Jahren zurück. Und ich glaube, dass sich ALLE Bornholmer daran noch genau erinnern. Ich habe mal einen Artikel herausgesucht, den ich damals geschrieben habe und der durch die Presse ging…. Eine schöne Bornholmer
Weihnachtsgeschichte
, die viel über die Menschen hier erzählt und mit der ich mich jetzt in den Weihnachtsurlaub abmelde :-)) Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise Euer Lieben und ein tolles, kraftvolles, und erfülltes Jahr 2015. Ich freue mich, im nächsten Jahr viele Bornholmer Geschichten und Erlebnisse mit Euch teilen zu dürfen!
Alles Liebe Eure Steffi

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Katastrophenhilfe auf Bornholmer Art 
„Die kleine, alte Frau lächelt freundlich und geht mit ihrem Stock die vereisten drei Stufen zum Eingang des kleinen Ladens für Garn- und Strickwaren hoch, um den anderen Passanten Platz zu machen. Die Gehsteige sind spärlich vom Schnee geräumt, die Menschen, die zu Fuß zum Einkaufen gehen, teilen sich geduldig die Wege und Gassen, die frei geschaufelt sind. Alle sind freundlich, lächeln, die wenigen Autofahrer, die an der verschneiten Kreuzung stehen, warten geduldig und immer mit einem Lächeln im Gesicht, bis sie an der Reihe sind. Jeder macht jedem Mut, denn das braucht man in dieser Zeit auf der dänischen Insel Bornholm.
_MG_3203Schneerekord auf der Insel
Ein besonderes Weihnachten 2010 war das. Ein Weihnachten, das Bornholm in aller Welt bekannt gemacht hat. Fast 100 Millionen Tonnen Schnee lasten derzeit auf der Klippeninsel in der Ostsee im Dreieck zwischen Rügen, Südschweden und Polen. Damit hält Bornholm den Schneerekord in Skandinavien. Die für das milde, ja geradezu mediterrane Klima bekannte Ostseeinsel, wird bedeckt von einer Schneeschicht von durchschnittlich 1,40 Höhe und Schneeverwehungen von örtlich bis zu 6 Metern. Das hat dazu geführt, dass am Tag nach Weihnachten Katastrophenalarm ausgelöst wurde. Die örtliche Polizei und die Schneeräumdienste wurden nicht mehr Herr der Situation. Obwohl die Lage eigentlich abzusehen war, denn seit dem 26. November hat es immer wieder geschneit. Und vor Weihnachten wurden fatale Schneestürme von 14 Metern pro Sekunde gemeldet, sie die gesamten Weihnachtsfeiertage über die Insel fegen sollten. Aber es war ja Weihnachten. Und in dieser so stillen und gesegneten Zeit glauben die Menschen an Wunder, an den Weihnachtsmann und alles im Land strebt danach, zu den Lieben nach Hause zu kommen, um um den „juletræ“ zu tanzen und das traditionelle „flæskesteg und risalamande“ (eine Art Schweinebraten mit dicker Kruste und zum Nachtisch ein mit Mandeln und Sahne veredelter Milchreis) im Kreise der Familie zu verspeisen. Und so bestiegen die Weihnachtshungrigen trotz aller Wetterwarnungen die Fähre, die von dem südschwedischen Ystad nach Bornholm fährt, sie buchten Flüge und ergatterten sich die letzten Plätze in den überfüllten Zügen. Der Wille, das Weihnachtsfest bei der Familie zu verbringen, sollte Berge versetzen. Doch die Bornholmer und deren Familien wurden eines besseren belehrt, nämlich dass die Natur nicht zu bezwingen ist.

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Ein Weihnachtsfest, das in Erinnerung bleibt
Am Tag vor Heiligabend kamen die Menschen von überall her noch in der Hafen- und Hauptstadt Rønne an, doch sie kamen nicht mehr weiter. Rund 1500 Menschen landeten mit Schiff und Flugzeug in der 15.000 Einwohner großen Stadt. Wer Verwandte in der Stadt hatte, blieb dort, die anderen wurden in der Kaserne, in Sporthallen und auf der Fähre „Poul Anker“ untergebracht. Und so wurde es für mehrere Hundert Menschen ein ganz besonderes „julefest“. Dank dem großen Engagement der einheimischern Geschäftsleute und unzähligen privaten Mithelfern, fehlte es für die „Gestrandeten“ an nichts: mit Weihnachtsbraten, Weihnachtsbaum und Weihnachtsmann mit Geschenken für die vielen Kinder konnten die Inselgäste ein Fest feiern, das ihnen lange in Erinnerung bleiben wird.

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Notstand in den Schneemassen
Und viele Familien auf der Ostseeinsel feierten das Fest alleine oder nur mit einem Teil der Angehörigen, denn die Bornholmer konnten einfach nicht zueinander kommen. Und wenn dann nur zu Fuß. Und auch der Fußweg wurde unter strengster Warnung per Radioansage am Heiligenabend untersagt. Der Schneesturm fegte unerbitterlich bis zum 2. Weihnachtsfeiertag über der Insel. Wenn nicht mit dem Auto und nicht zu Fuß, dann blieb nur noch zu Wasser. So machte ein Fischer am 1. Weihnachtstag seine „Trine-Louise“ klar, um seine Familie auf dem Seewege vom Rønne Hafen nach Nexø heimzuholen – und er nahm so viele andere Passagiere mit, wie das Schiff tragen konnte. Doch in der Mitte und im Norden der Insel spitzte sich die Lage immer mehr zu. Mehrere hundert Menschen wurden in den Schneemassen auf dem Lande eingeschlossen. Festgehalten auf ihren Höfen, isoliert von der Außenwelt und mit langsam ausgehenden Notrationen an Essen, Feuerholz, Öl oder Futter für die Tiere. Sobald sich am Montag nach Weihnachten der Schneesturm  und das Weihnachtsfest zugetragen hatten, rief die Bornholmer Bürgermeisterin Winni Grosbøll den Notzustand aus und bat um Katastrophenhilfe vom Festland.

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Mit „hygge“ der Situation trotzen
Zu spät sagen die Kritiker, die unken, dass die Bürgermeisterin sich in aller Seelen Ruhe über die Weihnachtstage in ihre private „Familienhygge“ zurückgezogen hat und sich erst wieder danach „im Dienste“ fühlte. Doch die „hygge“ ist wohl das, was den Bornholmer derzeit die Notsituation so gut ertragen lässt. Man „hyggt“ sich halt, in der Familie, mit Freunden und zur Not mit sich selbst. „Hygge“ ist so etwas wie Gemütlichkeit, doch so richtig trifft es dieses Wort auch nicht. „Hygge“ ist mehr, sie ist etwas, was man im Blut haben muss, wenn man hier in der winterlichen Einsamkeit und in solchen extremen Zeiten ohne depressive Spätschäden oder amokartigem Kurzschlusshandlungen überleben will. Kurz: man muss sich selbst aushalten können und eine Situation annehmen wie sie. Mit einer stoischen Ruhe ertragen die Menschen den Schnee, machen das Beste daraus, zünden eine Kerze im Dunkeln an und begnügen sich mit dem, was ihnen zur Verfügung steht.

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IMG_6960Selbsthilfe auf facebook
Als der im Schnee eingeschlossene Steen S. aus Klemensker nach sieben Tagen Isolierung das erste Mal Besuch von einem Fernsehteam bekam, beschrieb er die Lage so:“ Nein, uns hat nichts gefehlt, wir haben den Weihnachtsbaum angezündet und angeschaut. Dreimal am Tag habe ich mich zu dem Hühnerstall durch den Schnee durchgekämpft, um ihnen immer frisches, nicht gefrorenes Wasser zu geben. Sie sollten ja auch nicht Not leiden. Nein, wir hatten es gemütlich“, lächelt der Mann etwas müde. Doch immer noch sind rund 500 Menschen im Schnee gefangen und für einige wird die Situation langsam kritisch. Die junge Mutter eines 14 monatigen Babys, die seit dem 22. Dezember zwischen den Dörfern Østerlars und Arsballe alleine eingeschlossen ist, hat vor einigen Tagen eine Selbsthilfe-Gruppe auf facebook eingerichtet. Innerhalb von ein paar Tagen hat die Gruppe fast 350 Mitglieder, die sich rege über deren Situation und mögliche Hilfen austauschen. Da werden Nachbarhilfen, Fahrdienste oder Vorrats-Tauschgeschäfte verabredet, doch das Wichtigste ist: Man ist nicht alleine. Maia stellt regelmäßig die neuesten Meldungen ins Netz, die Ruten, wo der Schneeräumdienst schon durchgekommen ist. Die Männer mit ihren schweren Fahrzeugen machen Überstunden diese Tage. In einigen Gegenden dauert es mehr als einen Arbeitstag, um eine Strecke von 100 Meter Wegstrecke zu räumen. Viele Höfe haben mehrerer Hundert Meter von der nächsten kleinen Straße bis zu ihrem Haus. Und von  der Straße sind es wiederum mehrere Kilometer bis zur nächsten Landstraße.

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Mutmachen im Radio
Die Insel ist mit ihren ca. 42.000 Einwohner auf 588 Quadratkilometer dünn besiedelt. Grund und Boden ist nicht teuer hier und der Traum so mancher Familie ist ein Bornholmer Fachwerkhof im alten Stil mit viel Land drum herum .Ein Traum, der in diesem Winter zum Albtraum wird. Doch die Insulaner haben jetzt Hilfe vom Festland bekommen. Jeden Tag treffen mit der „Bornholmerfærgen“ weitere Schneeräumfahrzeuge und Bagger ein. Die Hilfsangebote kommen sogar auch aus dem Ausland. Und ein von Kopenhagen gesendeter Helikopter bringt Notrationen und dringend benötigte Medikamente zu den Betroffenen. Die Insel Bornholm schreibt Geschichte diesen Winter. Doch wie gesagt, die Bornholmer zeigen in diesen Tagen dem ganzen Land, aus welchem „Urgestein“ sie gemacht sind. Jeder hilft jedem, ohne zu fragen, was es kostet, oder ob es sich für ihn lohnt. Die Not schweißt zusammen. Und da die Abgeschlossenheit ja im besten Fall auch die kreativen Sinne anregen kann, so entstand in den Übungsräumen der jungen Band des touristischen Fischerdorfes Svaneke jetzt auch der erste „Notsong“: „Ø-landshjælp“ heißt der Song und im Refrain bitten die Bormholmer Jungs um Hilfe: „Giv en hånd til Bornholm, for vi keder os ihjæl. Giv en hånd til Bornholm, vi kan ikke klare os selv” (Helft der Insel Bornholm, bevor wir uns zu Tode langweilen. Helft der Insel Bornholm, denn wir können es nicht alleine schaffen..”) Und so wird der erste Insel-Notsong im Radio gespielt und alle trällern mit… Die Bornholmer machen eben das Beste daraus.

Advent auf Bornholm: 10 (weitere) Highlights in der Vorweihnachtszeit

Winter-Sehnsucht nach Bornholm
In meinen 10 Tipps für den Dezember auf Bornholm habe ich Euch ja schon an meinen persönlichen Highlights in der Adventszeit teilhaben lassen . Nun sind aber noch weitere dazugekommen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte :-)) …
Die Adventszeit ist für mich einfach nur „hyggelig“ (gemütlich), wie der Däne sagt. Ich kann nur jedem empfehlen, das einmal zu erleben, denn Bornholm ist in dieser Zeit ganz besonders. Leider kann man zu dieser Zeit nicht von Rügen aus anreisen, aber die Fahrt über Ystad in Südschweden ist für mich sowieso mein Favorit…  aber dazu schreibe ich hier bald mal mehr. Denn es ist ein großes Thema, dass viele Deutsche sich scheuen, im Winter zu kommen, da keine Fähre ab Sassnitz fährt. Kann ich auch total verstehen, und ich hoffe, dass die Fährgesellschaft irgendwann das Potential erkennt und Abfahrten im Winter anbietet. Wir haben das als Urlauber vor 17 Jahren noch erleben dürfen und wir waren drei Jahre hintereinander immer im Januar auf Bornholm. 4 Wochen! Und haben uns damals unsterblich in die Insel verliebt. Also, bis die Winter-Fähre ab Rügen wieder eingeführt wird, gilt: Wo eine Sehnsucht ist, ist auch ein Weg ♥

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Wintersonnenwendenfest in Snogebæk
Auf den Abend des 21. Dezember freue ich mich immer wie ein kleines Kind! Denn hier feiern wir in unserem Fischerdorf den kürzesten Tag des Jahres – und damit die Wiederkehr des Lichts. Wenn wir diesen Abend miteinander zelebriert haben, wissen wir, dass ab nun jeder Tag ein bisschen länger wird. Diese „Wende“ kann man spüren, wenn man in die Gesichter der Menschen schaut, die rund um das große Feuer stehen, das die Dorfgemeinschaft unten am Strand entzündet hat. Vorher trifft man sich beim örtlichen Kaufmann „DagligBrugsen“ und jeder bekommt eine Fackel in die Hand. Alle gehen feierlich die Straße zum Meer hinab. Dort am Strand ist es stockenduster, aber die Fackeln weisen den Weg und man wandelt dem riesigen Holzscheit entgegen, der dann pünktlich um 17 Uhr entfacht wird. Gesangszettel werden verteilt und ein Sonnenwend-Lied angestimmt. Dann sind alle still, wir schauen auf die Flammen und wärmen uns am Feuer. Danach geht es in die alte Lebertranfabrik, denn dort haben die Snogebæker Fischsuppe und Gløgg vorbereitet. Für die Kinder gibt es draußen ein Lagerfeuer mit Stockbrot und warmen Kakao. Snogebæk ich liebe Dich ♥
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Das Fest der Herzen in Nexø
Ein anderer Abend, der das Herz erwärmt. Im Dezember steht die kleine Stadt Nexø zusammen, um das „Fest der Herzen“ auszurichten. An diesem Donnerstag im Dezember haben alle Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet und es herrscht reges Treiben. Auf dem Marktplatz sind Buden aufgebaut, Weihnachtsbäume werden verkauft. Ab 18 Uhr bilden sich lange Schlangen bei der örtlichen Bank, bei „Kvickly“ und am Markt, denn alle wissen, dass es hier für alle kostenlos Würstchen,  Sandwiches und den traditionellen „risengrød“ (Milchreis) gibt. Dann geht es mit der ganzen Familie von Geschäft zu Geschäft, denn die Ladenbesitzer haben in ihren Fenstern Gewinne dekoriert und man schreibt die Zahl seines Lieblings-Gewinnes auf einen Zettel und wirft ihn in eine Losbox. Nexø zieht mit diesem Fest nicht nur die Lokalen an, sondern es strömt von der ganzen Insel herbei. Denn hier wird Weihnachtsstimmung der besonderen Art erlebt, spätestens bei der Kutschfahrt mit dem Weihnachtsmann persönlich.
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Weihnachtbaum-Happening am Christianshøj
Wer den Weihnachtsbaum-Kauf zum happening für die ganze Familie machen möchte, ist am Christianshøj in Almindingen richtig. Zwei Wochen im Dezember kann man hier im „Kyllingemoderen“, einem alten Holzpavillon aus den zwanziger Jahren, nicht nur seinen Weihnachtsbaum aussuchen, sondern gleichzeitig auf einem kleinen fairtrade-Stand ein paar schöne Weihnachtsgeschenke erstehen. Und das Restaurant und Café „Christianshøjkroen“ lädt mit Weihnachtskuchen und -gebäck, den typischen „brunkager“ (braune Kuchen), extrem leckeren Sandwiches, Gløgg und Kaffe zum Verweilen ein. Und das Ganze muss natürlich mt einem ordentlichem Spaziergang im drittgrößten Wald Dänemarks, Almindingen, verbunden werden.
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Julefrokost überall…
Die Julefrokost (von dän. Jul: Weihnachten und frokost: Mittagessen)  ist in Dänemark fester Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit. Man lädt Verwandte und Freude ein und richtet ein festliches Essen aus. Vor allem am Arbeitsplatz und mit Kollegen hat das eine große Tradition. Dabei geht man oft ins Restaurant, die überall auf der Insel die tollsten Frokost-Angebote haben. Entweder gibt es ein Buffet, das typischerweise  aus vielen verschieden Arten von Hering besteht, auch Leberpastete, Rote Beete und vielem mehr. Oder man speist  warm. Als wir den ersten Winter auf Bornholm waren, wurden wir von unserem super-lieben Nachbarn zu seiner Frokost eigeladen, die er für seine Mitarbeiter und Freunde abhielt. Eine tolle Geste für uns „Neuen“! Und wir durften eine ganz klassische Julefokost in einem Restaurant in Almindingen erleben: Vorspeise: gebratener Salzhering mit Zwiebeln; Hauptspeise: flæskesteg (Schweinebraten mit Kruste), mit Rotkohl, brauner Sauce und Kartoffeln; Nachspeise: risalamande (Milchreis mit Mandeln und Kirschsauce). Dazu jede Menge Gesang, Julebryg (Weihnachtsbier) und Hochprozentiges.  Echt hygglig!

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Ausflug auf die Hammerburg
Die größte Burgruine Nordeuropas, die Hammerburg, liegt an der nördlichsten Spitze Bornholms. Und die Burg lädt zu dieser Jahreszeit besonders zu einem Ausflug ein. Denn dann ist man dort ganz alleine und kann seiner Phantasie freien Lauf lassen… Ich stehe mitten in den mittelalterlichen Bauwerken und stelle mir vor, wie es damals so auf der Burg zuging. Der Baum auf dem Bild ist ein Traum und ich sitze dort gerne auf den von der Eiszeit abgeschliffenen Granithügeln, um die Seele an diesem geschichtsträchtigen Ort baumeln zu lassen. Mich fasziniert die Hammerburg immer wieder und der Blick von dort oben ist einfach gigantisch. Ein Tip: zieht Euch dick an und nehmt Euch ein Picknick mit, vor allem heißen Tee oder Kaffee. Denn inmitten der Bauwerke lässt es sich wirklich gemütlich verweilen.. und danach ein Spaziergang den Hügel hinab bis zum Hammerhafen.

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Weihnachtsmarkt im Mittelaltercenter
Diesen Weihnachtsmarkt habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal entdeckt und ich hoffe, dass er auch im nächsten Jahr stattfindet. In der Kulisse des Mittelalterzentrums schlendert man auf den Pfaden von damals.. Das typische dänische Schmalzgebäck „klejner“ wird über dem offen Feuer zubereitet und verköstigt. Nebenan können Kinder Steine mit Runenzeichen verzieren. Ein kleiner Markt mit Selbstgemachtem überrascht mich, denn hier finde ich so manch Originelles, das ich sonst noch nirgendwo entdeckt habe. Herrlich! Und wie bei der Hammerburg liebe ich das Gefühl, auf eine Zeitreise zu gehen..

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Winter bei den Bisons
Ja, du liest richtig. Auf Bornholm gibt es Bisons! Seit 2012 lebt ein Flock mit sieben Bisons in einem eingezäunten Gebiet in Almindingen. Man parkt am Lindebjergshus, zwischen Svine- und Bastemose, und kommt dort in das Bison-Gebiet. Ich finde es immer wieder spannend, auf „Bison-Safari“ zu gehen, zumal man nicht weiß, ob man sie in dem großen Areal wirklich trifft. Augen auf und aufmerksam spazierengehen! Genau das Richtige für einen etwas grauen Dezembertag.
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Luciafest im Kunstmuseum
Das Kunstmuseum in Rø bei den „Helligdommklipperne“  ist einer meiner absoluten Highlights der Insel. Die Architektur des Museum ist einzigartig, die Kunst sowieso. Und dann der Ausblick und die Lage…. !!! Umso schöner, dass dieser Ort nicht nur im Sommer ein „must“ ist, sondern jetzt zur Adventszeit in einem ganz anderen, besinnlichen Licht erstrahlt. Am 3. Advents-Sonntag gehen die Kinder der Østerlars Friskole hier den in Skandinavien so bekannten „St. Lucia“-Umzug. Ein Mädchen, das die Lucia darstellt, geht in einem weißen Gewand gekleidet, mit einem roten Band um die Taille und einem Lichterkranz auf dem Kopf,  voran, begleitet von ihrem Gefolge in weiß. Gemeinsam singen sie das St. Lucia-Lied. Das St. Lucia-Fest steht in der Tradition älterer Sonnenwendfestlichkeiten und bringt im Dezember wieder das Licht in die Welt zurück. Eine tolle Tradition, sehr feierlich und im Kunstmuseum einfach nur ein unvergessliches Advents-Erlebnis!

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Weihnachtseinkauf im Svaneke Købmandshandel
Kein Weihnachts-Shoppen ohne den kleinen Kaufmannsladen in Svaneke. Hier bekomme ich alle lokalen Spezialitäten an einem Ort – und an was für einem! Ein richtiger alter „Tante Emma“-Laden, so was gibt es kaum noch. Die Inhaberin Susanne hat ein großes Herz, ist sehr engagiert und immer guter Laune! Es macht einfach Spaß, hier einzukaufen. Und für Weihnachten gibt es schöne Holzkisten, in denen der Honig, das Öl, das Bier, die Bonbons, die Schokolade, die Lakritze, die Marmelade, der Tee und und und ….. einfach perfekt verpackt sind. Das ideale Geschenk und Mitbringsel für Zuhause! Und Susanne hat ganzjährig geöffnet, was schwierig genug im Winter ist und man nur unterstützen kann!!!

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Hygge“-Kaffee im Brazz
Wenn ich mich mit meiner Freundin in Rønne zum Weihnachtsbummel treffe, dann kehren wir hinterher hier ein! Man schaut aus dem Fenter direkt auf die Schlittschuhbahn, die im Dezember auf dem Rønne Marktplatz aufgebaut ist. Jetzt im Advent gibt es eine Adventskalender-Aktion. Derjenige, der als erstes an einem Tag im Dezember eine „Juleplatte“ bestellt, bekommt eines der Päckchen, die geschmückt an der Bar hängen. Mal sehen, ob es in den nächsten Tagen für mich klappt….

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