„Streetfood-hygge“ am Meer: Von Anglern, einem Koch und viel guter Stimmung :-)

Heute habe ich genau das erlebt, was man immer als Bornholmer“hygge“ bezeichnet… Was gehört dazu: Ein paar nette Menschen, ein Feuer, gutes Essen und viel entspannte Stimmung… UND DAS MEER! Hintergrund: Gordon Henriksen, wohl der bekannteste „Berufs-Angler“ Dänemarks, Journalist, TV-„Held“ … Weiterlesen

„Die Schweigeminute“: Dreharbeiten im Paradies

Heute Morgen habe ich mich besonders auf das Fahrradfahren gefreut. Ziel war mal wieder mein Lieblingsstrand „Jomfrugård“, ich nenne ihn „Udegårdsvej“ in bzw. bei Dueodde. Denn gestern hatte ich in der Zeitung gelesen, dass heute dort für die ZDF Spielfilmproduktion … Weiterlesen

Filmkulisse Bornholm: ZDF dreht Siegfried Lenz-Verfilmung in Sandvig

Vor rund 10 Tagen brach das „Gerücht“ los… Meine Nachbarin kam zu mir rüber, um zu erzählen, dass sie beauftragt wurde, innerhalb der nächsten drei Wochen alle möglichen Requisiten aus den 50-iger Jahren zu besorgen. Es ginge um eine deutsche … Weiterlesen

Wenn Urlauber Musik machen: Spontanes Streicherkonzert der Extraklasse

Wir kennen die Familie Dreßler aus Markkleeberg von unserer Lesung im letzten Jahr in unserer Fotogalerie. Damals erzählten Sie uns von ihrer Leidenschaft für die Musik und dass sie als ganze Familie zusammen spielen. „So ne Art „Kelly Family?“ scherzten … Weiterlesen

Sommer auf Bornholm: Eine Urlaubsliebe in Bildern

Ich möchte Euch heute mal von Gerd erzählen – und von seiner Liebe für Bornholm. Gerd hat in den letzten vier Wochen jeden Donnerstagabend bei uns zum „Klingen“ gebracht. Denn dann hat er seine Gitarre und seine Mundharmonika mitgebracht und … Weiterlesen

Das Wunder der Bornholmer Bienen… zu Besuch bei der Hobby-Imkerin Heike

Ich kaufe seit Jahren aus Überzeugung den guten Bornholmer Honig bei meiner Freundin Heike. Genauer gesagt ist es Snogebæker Honig, denn Heike hat ihre Bienenfamilien in ihrem Garten stehen. Ich bewundere meine Freundin für ihr Hobby und habe immer mit … Weiterlesen

Bornholmer Geschichten: Drei die ihrem Herzen folgen… ❤️

Als ich auf dem Rückweg von meinem Mini-Urlaub im Nordland Richtung Süden war, hatte ich mir vorgenommen, drei Menschen zu besuchen, über die ich schon länger berichten wollte :-). Denn sie leben aus dem Herzen und das merkt man ihrer Kunst … Weiterlesen

Ein Sommer-Samstag in Listed: Miniurlaub mit Hummer, Weißwein und Abendsonne

Der Sommer ist wieder da! Nach Tagen mit heftigem Sturm und durchwachsenem Wetter, zeigt sich die Insel heute wieder von ihrer besten Seite. Also wird die Galerie mittags zugemacht und wir gehen auf „Inseltour“. Weit kommen wir jedoch nicht, da … Weiterlesen

Mittsommer auf Bornholm: Das muss man erleben :-)

Gerade kommen wir  aus unserem Schweden-Urlaub zurück und haben am letzten Freitag schon den schwedischen Mittsommer gefeiert. Toll, dass wir das diesmal zweimal erleben können, denn Morgen ist Mittsommer in Dänemark. Auf Bornholm wird der „Sankt-Hans-Aften“, der Johannisabend, überall gefeiert. … Weiterlesen

Alles neu macht der Mai, äh der Juni in Snogebæk…

Ich komme gerade von einer abendlichen Fahrradrunde durchs Dorf zurück… Wollte doch mal schauen, was so alles los ist in unserem Fischerdorf, denn seit über einem Jahr wird an „Dorferneuerungen“ gebastelt. Zu der Planung wurden alle Einwohner eingeladen und in … Weiterlesen

„Høstet“: Bornholmer Sanddorn-Marmelade auf Erfolgskurs

Heute Morgen steht ein wunderbares Frühstücks-„Paket“ auf meinem Tisch. Gestern war ich bei Camilla und Mads Meisner zu Besuch, um Näheres über die Produktion ihrer superleckeren Sanddorn-Produkte zu erfahren, die seit letztem Jahr auf dem Markt sind. Ich bin ein … Weiterlesen

Lebe dänisch: Ohne“hygge“ geht es nicht!

Kaum ein Wort im Dänischen beschreibt so treffend den dänischen Lifestyle und ist gleichsam so schwer zu übersetzen. Gemeint ist: HYGGE! Dieser Begriff steht wie kein anderer für die dänische Mentalität, bringt das Völkchen durch lange Winter und ist vielleicht die Erklärung, warum die Dänen als die glücklichsten Menschen gelten…

Vor ein paar Tagen saß ich bei dem Chefredakteur der Bornholmer Tageszeitung (Bornholms Tidende), Søren Rosenlund Christensen, um über den neuen Bornholmer Online-Shop zu sprechen und die Möglichkeiten, diesen auch den deutschen Kunden zugänglich zu machen. Ich beschrieb ihm, wie schön es wäre, wenn der deutsche Urlauber, der ja bekannterweise die Insel so liebt, sich als echter Fan mal ab und zu ein paar schöne Produkte nach Hause bestellen könnte. Eine kleine Kiste mit Schokolade, Schokoküssen, Bonbons, Honig, Öl, Pasta…“. Er meinte daraufhin: „Det vil være hyggeligt!“ und fragte mich in einem Atemzug, was eigentlich „hyggelig“ auf Deutsch bedeutet. Nachdem er mit erzählte, dass er in Tønder nahe der Grenze und mit der Sesamstrasse als abendliches Kinderprogramm aufgewachsen sei, versucht er es mit: „Das wäre gemütlich“. Daraufhin meinte ich vorsichtig, dass das nicht so ganz in diesem Zusammenhang passen würde. Ich versuchte ihm nun das deutsche Wort „Gemütlichkeit“ zu erklären und wir kamen zu dem Schluss, dass man „hygge“ erleben muss. Man muss Dänemark und im Besonderen natürlich Bornholm besuchen, um das Wort erfassen zu können. Søren konnte nach einem Jahr auf der Insel bestätigen, dass es auf Bornholm eben besonders „hyggelig“ zugeht.

Um die Gewichtigkeit des Wortes aufzuzeigen,  kann ich nur einen Satz zitieren, den ich immer wieder Menschen mitgebe, die bei unseren Lesungen im Sommer fragen, wie denn das Leben so im Winter auf Bornholm sei. Darauf antworte ich dann fast immer: „Man muss es lieben, sich zu hyggen, sonst hat man es schwer hier“.

Hygge liegt in der Luft
Auf Bornholm liegt „hygge“ einfach in der Luft. Du merkst es im Straßenverkehr, in den Einkaufsschlangen der Supermärkte, wenn du in der Apotheke oder der Bank die Nummer gezogen hast und geduldig wartest, dass du an die Reihe kommst. Die Menschen nehmen es gelassener, egal was es ist. Man hat irgendwie mehr Zeit als andernorts. Dies zieht eine Entschleunigung nach sich, die ich als reine „hygge“ bezeichnen würde.

Alles etwas kleiner, etwas süßer
„Hyggelig“ kann auch der kleine Vorgarten mit den schönen Stockrosen sein, oder das gelbe Fachwerkhaus mit den alten Dannebrogs-Fenstern und der Holzbank im verwilderten Garten.
IMG_1118
Der Bornholmer liebt es, hyggelig zu wohnen. Und diesen Wohnstil kann man schwer beschreiben. „Gemütlich“ ist da wohl schon die beste Übersetzung. Aber die Bornholmer „hygge“ ist eben stilmässig nicht mit der deutschen Gemütlichkeit zu vergleichen, bei der man sich auch schnell mal Gelsenkirchener Barock-Möbel mit Bierkrug garniert vorstellen kann. Die Bornholmer Wohn-„hygge“ fühlt man, wenn man sie sieht. Das Kleine, das Feine, das Alte mit dem Neuen kombiniert, die Liebe zu den Dingen und zum Detail.
Skandinavisches Design steht hoch im Kurs und die klaren Linien dieser Wohnstilart werden auf Bornholm oft kunstvoll mit Altem und Kuriosem kombiniert. Wenn man in die Fenster auf Bornholm schaut, die selten mit Gardinen verhängt sind, so erhascht man schnell einen Eindruck von Bornholmer Gemütlichkeit. Und wenn man dann vor so einem Fenster in Svaneke oder Gudhjem steht und entzückt ist,  würde der Däne sagen: „Ej , hvad er det hyggeligt!“
IMG_0642-2

Hygge heißt ins Feuer schauen
„Vi hygger os i aften“, wenn man so eine Verabredung für den Abend triff, so stehen die Zeichen bereit für einen gemütlichen Abend mit Klönen, Ofen an, Tee oder Kaffee. Also ist die wichtigste Anschaffung oder DAS Einrichtungsstück in einem Bornholmer Haus der Holzofen. Ich kann mir KEINEN Abend ohne meinen Ofen vorstellen. Der Ofen ist im Winter immer in Betrieb, die erste Amtshandlung nach dem Aufstehen heißt „Ofen an!“ und wenn man das Haus für mehrere Stunden verlassen hatte und nach Hause kommt, ist einer in der Familie dran mit… richtig: „Ofen an!“. Und das Tolle ist, das man damit bereits in Kürze eine ganz bestimmte Stimmung ins Haus gezaubert bekommt. Genau aus diesem Grund ist auch fast jedes Haus mit einem Holzofen ausgestattet und ich kann nur jedem Urlauber empfehlen, diesen zu benutzen, denn ein echtes Bornholm-Feeling erlebt man vor allem mit dem „brændeovn“, der idealerweise eine Scheibe haben sollte. Das ist übrigens auch im Sommer am Abend total „hyggelig“.

Nicht ohne meinen Kaffe
Hygge hat oft was mit dem leiblichem Wohl zu tun. Dazu gehört für den Bornholmer abends wie erwähnt gerne Kaffe und Kuchen oder Kekse. Warum gerade abends so gerne Kaffe getrunken wird, konnte mir bisher keiner beantworten. Egal ob man zum Elternabend, zur Vereinssitzung oder Arbeitsmeeting am Abend geht, man nimmt eine Thermoskasse Kaffe mit. Nun bin ich Teetrinker, aber das wird mittlerweile auch geduldet.

Freitagabend-hygge 
Der Freitagabend ist besonders heilig in den Bornholmer Familien. Für Eltern mit kleineren Kindern gibt es nur ein Programm: „Disneyshow“ und „slik“. „Slik“ sind Süßigkeiten, vornehmlich Haribo-Mix-Tüten. Als wir nach Bornholm kamen, waren unsere Jungs 6 und 4 Jahre altund ich hatte meine Kinder bis dahin als ordentliche deutsche Mutter fern gehalten von großen Süß-Orgien. Doch nun hieß es plötzlich, dass Freitags um 19.00 Uhr, passend zum Start der „Disneyshow“ im Fernsehen, echte Nasch-Feten abgefeiert werden sollten. Meine Kinder hatte schnell im Kindergarten und Schule gelernt, dass das hier so ist und wenn Freunde zum Spielen oder Übernachten eingeladen wurden, wurde ich verpflichtet, bitte –  genauso wie in allen anderen Familien – , bis an den Rand gefüllte Haribo-Schalen auf den Couchtisch zu stellen. Das war „hyggelig“, erklärte man mir von Kinder- und Erwachsenenseite. Kann ich bis heut enicht so nachvollziehen, aber woanders muss halt die Chipstüte zur Gemütlichkeit herhalten.

Hochsaison der „hygge“: Weihnachten
In der Weihnachtszeit packt der Däne alles aus, was die „hygge“ zu bieten hat. Die Weihnachtsfeiern heißen auf Dänisch „julefrokost“, werden aber nicht nur auf der Arbeit, sondern auch mit Freunden und Familie zelebriert. Und sobald Freunde und die Lieben alle um einen Tisch herum sitzten, man gemeinsam isst und trinkt, beginnt schon die hygge… gerne mit ein paar gemeinsam geträllerten Liedern und einem Schnaps 🙂 Dann steht der Monat Dezember eben auch ganz im Zeichen der Kerzen, der selbstgebackenen Kekse und des Schmalzgebäcks, der Jule-Märkte, der Jule-Dekoration und dem Basteln von Weihnachts-Schmuck.

Sommer-„hygge“ auf Bornholmer Art
Sobald die Sonne hochsteht, wird die „hygge“ nach draußen verlagert. Man trifft sich mit Freunden zum Picknick, die Klassen-Arrangements der Schule finden mit allen auf den Klippen oder am Strand statt, den Picknickkorb und die Thermoskanne mit Kaffe immer dabei. Im Sand sitzen, auf dem Grillplatz ein Lagerfeuer machen oder sich irgendwo mit Freunden zum Barbecue treffen, das ist „hygge“ pur.

IMG_8724

Hygge geht nur ohne Stress
Jetzt könnte man ja meinen, dass wir das alles genauso in Deutschland oder in anderen Ländern haben. Stimmt auch zum Teil, aber was der Däne so wunderbar hinbekommt ist, dass er alles ohne Stress macht. Wenn Freunde zusammenkommen, kommt keine Hektik auf und keiner läuft nervös ums Bufett, um zu checken ob auch alles da ist. Bei der Weihnachtsfeier sind alle, inklusive der Gastgeber, relaxt. Und beim Barbecue geht es locker ohne Dresscode und irgendwelchen Barbecue „must haves“ zu. Die entspanntesten „get together“ Veranstaltungen habe ich auf der Insel erlebt. Der Däne nimmt die Dinge, wie sie kommen, wie es ist. Wenn Ketchup fehlt, ist das auch nicht schlimm und zur Not wird alles mit dem Löffel gegessen, da das Besteck fehlt. Hauptsache alle bleiben im „hygge“-Modus. Und das ist das Geheimnis: Hygge funktioniert nur ohne Stress. Und daher funktioniert die „hygge“ besonders gut auf Bornholm!

Zusammengefasst würde ich sagen, dass „hygge“ am ehesten in Richtung „Es sich gut gehen lassen“ übersetzt werden kann. Und mit „schön, nett, niedlich, kuschelig“.
Aber das Wesentliche liegt in der Bedeutung des Wortes als „Lifestyle“. Denn es gibt Menschen, die die Bornholmer „hygge“ nicht aushalten können. Und denen „hygge“ nicht reicht. Wenn Bornholm aber mit EINEM Attribut protzen kann , dann ist es der Überschuss an „hygge“. Überall und immerzu. Das muss man mögen, muss das aushalten können. Und manchmal ist es das Einzige was bleibt, wenn alles andere wegfällt: Wenn Fähren wegen Sturm ausfallen, der Verkehr wegen Schneefall lahmliegt oder wenn die Touristen im Winter wegbleiben und die Stille über der Insel einfällt.
„Komm´ vi hygger os“ heißt es dann und der Ofen wird angemacht…

Wünsche Euch einen hyggeligen Abend!

Alles Liebe

Eure Steffi

Shoppen á la Bornholm: Das erste Bornholmer Online-Kaufhaus öffnet seine Türen

Der neue Chefredakteur der Bornholms Tidende, Søren Rosenlund Christensen, hat ja seit seinem Amtsantritt im Mai 2014 schon so Einiges in Gang gebracht. Frischere Artikel, gute Kolumnen, dann der komplette Relaunch im neuen Papierformat und nun DAS! Seit ein paar … Weiterlesen

Rügen meets Bornholm: Nachspann… Eine Liebeserklärung von „Fräulein Pe“ ♥

Heute erreichte mich eine Mail von Kerstin, Fräulein Pe, auch „Hinguckerin“ vom Beruf 🙂 Wir hatten drei tolle Tage zusammen und zum Glück habe ich da jemanden so sehr „infiziert“, dass bald ein Wiedersehen ansteht… „Liebe Steffi, es ist mittlerweile … Weiterlesen

Bornholmer-„Pin up“-Kalender: Frauen-Power für Frauen in Not


So was hat Bornholm noch nicht gesehen!
12 Insel-„Pin up“-Schönheiten posieren im 50er Jahre Vintage-Style!
Auf den Kalenderblättern repräsentieren „Madame Rønne“, „Mademoiselle Aakirkeby“ „Fru Snogebæk“ oder „Frøken Nexø“ und acht andere lokale Beauties ihre Heimststadt oder -Dorf und lächeln keck, kampflustig, powervoll oder sexy in die Kamera.
kalender2015_facebook-04kalender2015_facebook-05kalender2015_facebook-10

Das war hier einfach nur nett, hübsch und etwas verrückt aussieht, hat jedoch einen ernsteren Hintergund.
Denn der Kalender ist entstanden, um dem Krisencenter für Frauen in Rønne finanziell unter die Arme zu greifen.

Mette Tiensuu aus Svaneke ist die Initiatorin dieses außergewöhlichen Kalender-Projektes.
Sie las im November in der lokalen Presse, dass das Krisencenter Bornholmer Frauen in Not, die an deren Tür klopften und um Hilfe baten,  abweisen musste, da schlichtweg die finanziellen Mittel nicht ausreichten.
Das empörte sie so sehr, dass sie kurzerhand entschloss, etwas zu tun.
Als Marketing-Expertertin und gute Networkerin aktivierte sie all ihre Kontakte und konnte in Kürze mehrere Kreative davon überzeugen, gemeinsame „Sache“ zu machen, um dieses „Charity“-Projekt auf die Beine zu stellen.

kalender2015_facebook-03kalender2015_facebook-12kalender2015_facebook-09

Mette und meine gute  – im übrigen deutschsprachige – Freundin Justine Hoegh, die wohl die talentierteste People-Fotografin ist, die ich kenne, wurden ein tatkräftiges Team.
Justine(Fotografin Justine Hoegh mit dem druckfrischen Kalender)

Beide kramten als echte Vintage-Fans in ihrem privaten Fundus nach außergewöhlichen Kostümen und Asseccoires (man achte auf die Details, den Schmuck, das Zubehör, wow, so was habe ich nicht im Schrank 😉 ).
Dabei gingen sie im Kopf alle ihre Freundinnen und Bekannten durch und entwarfen eine Art „Drehbuch“.
Und es gelang ihnen das fast Unmögliche: Innerhalb von zwei Wochen hatten sie die zwölf Amateur-Models davon überzeugt, vor die Kamera zu treten. Gleichzeitig wurden der Grafiker Jacob Thorsen ins Boot geholt (der die fantastische Seite „Svaneke-Vintage“ auf Facebook betreibt), der später durch einen zweiten Grafiker unterstützt wurde. Dazu wurden Absprachen mit der lokalen Druckerei und anderen Sponsoren getroffen, die den Druck finanzieren sollten.

Kurz und gut: In Windeseile war das Projekt startklar und in nur 3 Tagen waren die Photoshoots im „Kasten“, denn immerhin sollte der Kalender ja bis Anfang Januar auf den Markt kommen. Mutig, denn ein Kalender kommt ja eigentlich immer schon im Sommer oder Herbst für das darauffolgende Jahr heraus. Doch alle waren davon überzeugt, dass SO ein Kalender auch noch Mitte Januar eine Chance hat. Weil er einfach ANDERS ist!

kalender2015_facebook-02kalender2015_facebook-07kalender2015_facebook-08

Und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen!
Nicht nur wegen der schönen Aufnahmen der Bornholmer „Mädchen“, die besonders powervoll, stark und mutig auf den Kalenderblättern rüberkommen. Voller Selbstbewußtsein fast wie eine Hommage an die Schönheit, die Anmut und den Stolz der Frauen.
Nein auch finanziell geht die Rechnung auf. Heute zur Herausgabe konnte Mette Tiensuu berichten, dass bereits 80.000 kr (ca. 10.500 Euro) zugunsten des Krisencenters verdient wurden. Das Ziel der Projektmacher ist, 100.000 kr an die Leiterin Ingrid Funch Jørgensen zu übergeben.

„Seit 1991 konnten wir Hunderten von Frauen auf Bornholm helfen. Alleine im Jahr 2014 bekamen 19 Kinder und 17 Kinder Zuflucht und Hilfe bei uns“ , erzählt Ingrid auf der Rückseite des Kalenders. „Der Erlös aus diesem Kalender-Projekt wird es uns ermöglichen, den Frauen, die bei uns wohnen, Extra-Hilfe und -Unterstützung anzubieten,  so dass es ihnen schneller sowohl körperlich als auch seelisch besser gehen kann“. Und die Leiterin führt weiter aus „Gewalt bedeutet nicht nur körperliche Gewalt. Gewalt kann auch psychischer, materieller oder finanzieller Art sein,  so dass den Frauen die Möglichkeit genommen wird,  über ihr Leben zu bestimmen und sich als gut genug zu empfinden“.

Heute bei der Herausgabe erschienen über 200 Menschen in dem Buchladen „Bog og idé“ in Rønne.
Die „Bornholmer piger“ waren gekommen, um sich dem Publikum live zu zeigen und die Kalender zu signieren.
Und die Schlange der Käufer war lang…
pigerDie Bürgermeisterin Winnie Grosbøll hielt eine einfühlsame und zugleich erfrischende Rede, der man die Begeisterung abspürte, und in der sie das Projekt lobte und sich begeistert für soviel Engagement, Kreativität und echte „Frauen-Power“ auf der Insel bedankte.
Winnie„BORNHOLM – dine pi´er er så kønne , zu deutsch: BORNHOLM – deine Mädchen sind so schön – das ist der Titel des Bornholm-Kalenders 2014.
„BORNHOLM – dine pi´er er skønne“ – zu deutsch: BORNHOLM deine Mädchen sind wunderbar – das ist meine Konklusion für dieses tolle Projekt! Hut ab! Und „godt gået“ (gut gelaufen!), wie der Däne sagt !

Jetzt online bestellen
Ich habe mir von den tollen „Models“ einen Kalender für Euch signieren lassen, den ich auf meiner facebook-Seite verlosen werde. Viel Glück!
Und Ihr könnt den Kalender auch bestellen. Er kostet 149 kr (ca. 15 Euro) plus 80 kr (10,50 Euro) Porto (pro Stück! Sobald Ihr mehr als 1 Exemplar bestellt, wiegt die Sendung über 500 gr und kostet 310 kr, also lieber mehrere einzelne Exemplare bestellen). Sorry Porto nach Deutschland ist hier so teuer. Hier gehts zum Link! Und beeilt Euch, denn ich denke, dass der bald ausverkauft ist :-))
Ich habe den Bestellvorgang mal getestet und eigentlich müsstet Ihr sprachlich damit zurechtkommen.

„Læg i kurv“ heißt „In den Warenkorb legen“ und „Gå til kassen“ auf deutsch „Zur Kasse gehen“.
Dann wird Eure E-Mail erfragt, Ihr füllt im nächsten Schritt Name und Adresse aus und dann geht es zur Zahlungsweise, entweder Kreditkarte oder paypal.

Wenn es Schwierigkeiten gibt, könnt Ihr Euch gerne bei mir melden oder direkt bei William Dams Buchhandel anrufen, die haben mir zugesagt, dass sie Euch gerne auf englisch „guiden“.

Liebe Grüße ♥
Eure Steffi

Sturm auf Bornholm: Treibholz sammeln im Flachwasser

Der Sturm Egon pfeift mit 25 bis 31 Meter pro Sekunde über Bornholm. Für heute sind bis 18.00 Uhr vier Meter hohe Wellen gemeldet. Die Überfahrten mit dem Katamaran nach Ystad wurden abgesagt und es fährt die Fähre Povl Anker, was wiedermal die Dringlichkeit einer Reservefähre für stürmische Zeiten unterstreicht (siehe Blogpost zu dem neuen Verkehrsvertrag).

Heute Morgen ganz früh habe ich bereits bei meiner morgendlichen Fahrradtour am Strand gesehen, dass wir Flachwasser haben, richtiges Flachwasser! Also schnell nach Hause, frühstücken und ab mit meinem Mann Udo ans Meer. Unsere Mission heißt:Treibholz sammeln!
Der Wind weht aus Südwest und das Wasser wird hinausgedrängt, ideal um bei uns in Snogebæk auf die flachen Schieferplatten im Uferbereich hinauszukommen. Udo weiß nach all den Jahren ganz genau, wann er los muss, um das richtige Holz für seine Treibholzkunst zu finden. Wir kommen am Strand an und vor uns liegt ein Paradies an Treibholzschätzen.

IMG_5942Als erstes entdeckt Udo ein fantastisches Stück eines alten Wracks. Es ist Tonnen schwer und wir bekommen es nicht alleine geborgen. Wir müssen es erst einmal liegen lassen und später Hilfe holen, um es an Land und in unser Auto zu bekommen. Es ist immer so schön, im Sommer die strahlenden Gesichter der Touristen zu sehen, die in unsere Galerie kommen und einfach nur über die schönen Funde staunen. Die Wrackstücke sollen ein paar Jahre trocken und dann will Udos daraus einen Esstisch für uns bauen – unter anderem aus Eichenholz aus dem 17 Jahrhundert! Darauf freue ich mich schon jetzt riesig!

IMG_5962

IMG_5965

Es ist einfach wie eine große Schatzjagd und wir gehen Hunderte von Metern über Berge von neu angespültem Holz.
„Die Strömung bringt immer wieder neues Holz an diesen Strand. Der Wind kommt heute aus der entgegengesetzen Richtung und das Wasser wird raus gedrückt. Aber da wir gleichzeitig Hochwasser haben, kann der Wind die Wassermassen nicht auf Dauer draußen halten und so schwappt das ganze Wasser irgendwann wieder zurück an den Strand“, erklärt Udo mir seine Strategie für das Sammeln. „Deshalb kann ich hier jetzt bei Flachwasser fündig werden. Und du siehst ja wie das Wasser im Moment steigt, das bedeutet, dass in ein paar Stunden der Strand wieder überflutet ist und neues Holz aufspült. Und Morgen kann ich dann wieder losgehen.“
Ich lausche seinen Erklärungen wie ein kleines Kind, denn ich finde es immer wieder faszinierend, wie genau er das Meer kennt und weiß, wie sich der Strand mit Wind und Wellen verändert. Ich gehe gerne mit ihm mit und wir sammeln die schönsten Stücke auf. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass sein Auge ganz andere Stücke favorisiert. „Hier das ist ein ideales Dach für meine Häuser“, streckt er mir ein Stück Holz entgegen. Ich hebe dann einige Funde auf und gebe sie Udo zur „Begutachtung“ in die Hand, denn immerhin soll er sie ja später für seine Kunstwerke nutzen.
IMG_5952Einiges meiner aufgesammelten Stücke landet in Udos großen Tasche seiner Watjacke. Einiges bleibt am Strand, denn Udo hat immer gleich ein Gefühl, was mit soll oder nicht.
„Schau mal, das hier wird ein Boot“. Ein klitzekleines, rundgewaschenes Stück liegt in seinen Händen und er weiß genau, wo das hingehört: „Du hast doch den Hafen gesehen, mit dem Pier, den ich gestern gebaut habe. Da wird DIESES Boot anlegen“. Ich hätte niemals in diesen angespülten Massen so ein kleines „Accessoire“ entdeckt.
Udo hat einen geschulten Blick und ist in seinem Element. Nach und nach zeigt er mir seine „Brücken“, „Dächer“, „Stege“, zukünftige Garderoben oder eben auch mal ein „Sahnestück“, wie er es nennt. Das sind Stücke, die an sich ohne ein Zutun schon eine Skulptur darstellen und nur noch mit wenig Beiwerk ausgeschmückt werden, um dann in der Galerie auf einem der Präsentations-Säulen zu landen.
Fotogalleri Bornholm 2013Nach zwei Stunden gehen wir mit reicher Beute nach Hause. Geradezu verliebt schauen wir auf die Kiste, die jetzt bis zum Rand mit Schätzen gefüllt ist. „Da habe ich wieder viel Material zum Bauen“, schwärmt Udo…
Kaum Zuhause und in der Galerie angekommen, werden die Fundstücke gut verstaut und in Netzen zum Trocknen aufgehängt.

IMG_5995

Den Rest des Tages verschwindet Udo jetzt in seiner „Werkstatt“, die im Winter in der Galerie aufgebaut ist. Dort sägt, leimt und hämmert der nun den Nachmittag lang und baut wunderschöne Kunstwerke, die Geschichten vom Meer erzählen – genauso wie seine Bücher :-)) Er ist halt der Mann vom Meer ♥. Doch ab und zu legt er noch mal eine Pause ein und schaut schnell noch mal an den Strand nach dem Wasserstand….
IMG_5998

10410278_311524669035598_7808784376779993308_n

IMG_5997

Bornholm morgens viertel nach acht: Glück in den Gesichtern

Ich hab´s ja schon mal in einem Blog-Eintrag im Dezember erwähnt: Ich fahre morgens immer Fahrrad! Und das mit Begeisterung! Fast bei jedem Wetter treibt es mich raus. Und es gibt vor allem zwei Gründe, warum ich das tue:
1. um ans Meer zu fahren, die Bewegung und die Natur zu genießen und
2. um die Menschen frühmorgens zu treffen und in ihre Gesichter zu schauen und mich zu freuen 🙂
Foto FahrradWie alles begann…
Die freundlichen, gar friedlichen Gesichter der Menschen hier sind mir schon weit vor unserer Auswanderung aufgefallen. Nein noch mehr, sie waren einer der gefühlten Hauptgründe, den Schritt auf die Insel zu wagen.

Ich erinnere mich noch genau, wie wir im Urlaub mit unserem damals erst einjährigem Sohn in unserem Ferienhaus hier in Snogebæk beim Frühstück saßen und aus dem Fenster sahen. JEDEN Morgen im JANUAR kam dort auf dem kleinen Trampelpfad , der von der Straße zum Meer und auch direkt an unserem Haus entlangführte, die gleichen Menschen vorbei.
Erst kam der Mann im blauen Overall vorbei, seinen hochgewachsenen Dalmatiner an der Leine. Immer zur gleichen Zeit (und das war fast noch gefühlt vor Sonnenaufgang, denn damals war unser Sohn noch ein echter Frühaufsteher), ging er mit seinem Hund Gassi. Und jedes Mal ein Lächeln auf dem Gesicht. Eine halbe Stunde später kam er vom Meer zurück und hatte immer noch einen „seeligen“ Gesichtsausdruck.
Kurze Zeit danach kam Karl mit seinem Schäferhund. Dass er Karl heißt, erfuhren wir natürlich erst nach unserer Auswanderung, denn Karl ist jetzt unser Nachbar 🙂 Karl hatte immer (auch noch Jahre später!) die gleiche Pudelmütze auf und blieb immer kurz vor dem Übergang zum Meer stehen, um in Ruhe übers Meer zu schauen. Dann ging er rechts kilometerweit in Richtung Dueodde. Er war oft der einzige am Strand und seine Austrahlung war einfach freundlich und – ich wiederhole mich – friedlich! Karl blieb lange weg und wir sahen ihn oft erst 2 Stunden später wieder am Fenster entlanglaufen. Oder wir trafen ihn am Strand, denn bis dahin machten wir dann auch schon mal die erste Tour mit unserem kleinen Racker (mit Strand-tauglicher Gummibereifung des Kinderwagens). Er grüßte uns freundlich und unterheilt sich mit uns gerne auf deutsch.
Wenn wir dann vom Spaziergang nach Haus kamen und einen Tee tranken, kam eine ganze Truppe von kleinen, mit dicken Schneeanzügen und neonfarbenen „Verkehrs-Westen“ bekleideten, Jungs und Mädchen vorbei, vorne und hinten von einem Erwachsenen begleitet. Der Snogebæker Kindergarten, rieten wir. Am Strand angekommen, tollten die Kleinen herum, buddelten im Sand und liefen mit ihren kleinen Gummistiefeln ins Wasser. Und man hörte keine Kindergärtnerin grell irgendwelche Kommandos schreien… Einfach, na was wohl: friedlich! Ich schlich mich dann ab und zu ans Meer um neugierig zu schauen, was die so machten, denn immerhin sollte mein Sohn ja auch ins Kindergartenalter kommen. Die Kindergärtnerinnen, nein es war auch ein Mann dabei, grüßten mich freundlich und es durchströmte mich ein wohliges, warmes Gefühl, irgendwie war das wie „“Nachhause kommen“.
Genau SO wollte ich auch leben, ich wollte auch so entspannte Gesichtzüge haben und eine tiefe Ruhe ausstrahlen (davon war ich damals noch Lichtjahre entfernt). Und von Ruhe und Frieden umgeben sein!
Dieses Szenario wiederholte sich drei Winterurlaube lang. Und es ließ uns nicht los, wir wollten mehr…

Foto (11)

14 Jahre später…
Heute sitze ich nicht mehr im Ferienhaus am Fenster und bin Zuschauer. Nein heute bin ich mittendrin! Und wisst Ihr was: Ich treffe immer noch die gleichen Menschen, nur dass ich sie jetzt kenne und ihren „Lifestyle“ teile. Auch ich gehe bzw. fahre jeden Morgen zum Meer. Und ich habe gelernt zu lächeln und zu genießen.
Karl treffe ich weiterhin jeden Morgen. Und jedes Mal, wenn wir uns begegnen, winkt er mir freundlich zu und kommt mit einem IMMER positiven Kommentar zum Wetter. „Endlich wieder Regen, das hat die Natur gebraucht“, „Hast du den Sonnenaufgang gesehen. Bei so kaltem Wetter ist die Sicht so wunderbar klar“, „Herrlich dieser Morgen, findest du nicht auch?“ Karl ist ein „Seelenfreund“, ohne dass er es weiß. Ich habe ihm bis heute nie erzählt, dass er einer meiner „Vorbilder“ war, dass er uns einfach nur durch seine Austrahlung auf die Insel gelockt hat. Ich bringe ihm ab und zu ein selbstgebackenes Brot vorbei und wir klönen. Ich mag ihn wirklich sehr 🙂

Oder der Mann mit dem Fahrrad, der jeden Morgen am Parkplatz am Turistvej steht und aufs Meer schaut. Und wenn man ihn anschaut …. lächelt er.
sw 014

Gesichter die milde stimmen
Irgendwie erschienen mir die Menschen schon seit jeher freundlicher und milder hier auf Bornholm. Was ist das Geheimnis der Menschen? Es ist sicher die Nähe zum Meer, denn die meisten treffe ich am Strand. Doch selbst der Nachbar, der morgens zu seiner Schicht in den kleinen Einkaufsladen im Dorf geht, grüßt mich überschwenglich. Oder die Hundebesitzer, die ihre Hunde ganz im Vertrauen von der Leine nehmen, damit sie miteinander spielen können. Man hört nie ein böses Wort. Wenn mir Bekannte joggend entgegenkommen, haben sie immer Zeit, stehenzubleiben und einen kleinen „Schnack“ zu halten. Es scheint, als wenn für alles Zeit ist.

5 Männer auf Morgentour
Unsere Fotogalerie liegt direkt am Fahrradweg nach Nexø. Da mein Mann und ich selbständig sind, frühstücken wir – sobald die Temperaturen und der Sonnenstand es zulassen – morgens (nach dem Fahrradfahren !) im Innenhof vor unserem Haus. Von dort haben wir Ausblick auf den Fahrradweg und einige Radler grüßen im Vorbeifahren und wünschen uns guten Appetit. Im Frühjahr letzten Jahres fiel mir eine Gruppe von älteren Herren auf, die selbst nach zwei Wochen immer noch jeden Morgen an unserem Haus vorbeiradelten und jedes Mal mir großes Gesten und äußerster Freundlichkeit grüßten (ohne abzusteigen, wohl gemerkt!). Und nach einer Stunde kamen sie zurück und die Prozedur wiederholte sich. Die Freundlichkeit war so überschwenglich, dass ich meinem Man irgendwann fragte : „Kennst du die?“. Nein, er kannte sie nicht. Irgendwann war mir dann klar, dass das keine Touristen sein konnten, denn sie radelten auch noch nach Wochen vorbei. Im Sommer fielen sie im Trubel der Touristen nicht auf, aber jetzt im Winter treffe ich sie nach wie vor jeden Tag.  Immer genau um 8.15 Uhr machen sie Halt am Parkplatz im Turistvej in Snogebæk. Egal wie das Wetter ist. Und wieder blicke ich in fünf strahlende Gesichter mit Fahrradhelm. Das macht einfach gute Laune!

Ja, darum fahre ich so gerne Fahrrad auf Bornholm morgens um viertel nach acht ♥

Alles Liebe
Eure Steffi
Foto 3

Neujahrs-Vorsatz: Lebe dänisch! 12 Schritte zum Bornholmer Lifestyle

Weihnachten ist überstanden, Sylvester auch und wie jedes Jahr schlagen wir uns damit herum, neue gute Vorsätze für das neue Jahr zu finden…
In England hat die britische „The Telegraph“-Journalistin Judith Woods eine ganz einfache Antwort darauf gefunden: „Lebe mehr dänisch“  ist ihr Motto und in ihrem Artikel „Do the Danes hold the key to happiness in 2015“ filosofiert sie darüber, ob es Sinn macht, sich vorzunehmen, mehr Sport zu treiben, gesünder zu essen oder mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, oder ob man nicht gleich beschließen sollte, einfach den dänischen Lifestyle zu wählen. Und die Journalistin findet in der englischen Buchautorin Helen Russel gleich eine Mitverfechterin der dänischen Glückformel, denn diese schreibt nach ihrer Auswanderung in ihrem Buch The Year of Living Danishly: Uncovering the Secrets of the World’s Happiest Country, dass die Dänen das Glück mehr als einen permanenten „Geisteszustand“ sehen, und viel dafür tun, indem sie weniger arbeiten, mehr Zeit mit der Familie verbingen , sich selbst gerne etwas Gutes tun (wie zum Beipsiel Backen) und – nicht minder wichtig  – mehr Sex haben!
In ihrem Artikel sieht Judith Woods Gründe für das Glück der Dänen vor allem in der kürzesten Arbeitszeit in Europa, nämlich nur 34 Wochenarbeitsstunden, der niedrigen Korruptionsrate, des großen sozialen Verantwoetungsbewußtseins des einzelnen Bürgers und – wieder – in dem erfüllenden Sexleben im Norden ….

Lebe mehr „bornholmsk“!
Ich bin ja immer wieder total begeistert, wenn ich von anderen Seiten meine persönliche Wahrnehmung bestätigt sehe. Ich könnte mittlerweile auch ein Buch schreiben über das Lebensgefühl hier in diesem Lande. Nein, ich sollte lieber noch einen „draufsetzen“ und ein Buch darüber schreiben, was es heißt ein „Bornholmer“ zu sein. Denn auf der Insel lebt es sich noch mal um ein Quäntchen entspannter als im Rest des Dänenlandes… sagt der Lokalpatriot, denn so komme ich mir langsam vor. Nein, mal im Ernst, natürlich lebt der Bornholmer glücklicher, tiefenentspannter und gelassener, denn das war immerhin einer der Gründe, warum wir hierher ausgewandert sind :-).

Spiegel der Unentspanntheit
Schon damals im Urlaub haben wir es immer unglaublich gefunden, welche Ruhe, welchen Frieden wir hier erlebt haben. Alle waren freundlich (zumindest fast alle) und so herrlich gelassen. Damals hatte ich keine Ahnung, wie ich jemals so gelassen werden könnte. Ich war mit meinen damals noch SEHR kleinen Kindern im Dauerstress, keiner durfte laut sein, bitte nicht im Supermarkt irgendwas angrapschen und bloss nicht mit Softeis die Latzhose einsauen. Ich war wohl eine der unentspanntesten Mütter dieses Planeten und wurde blass vor Neid wenn ich diese NOA NOA-angehübschten dänischen Mütter beobachtete, die in aller Seelenruhe ihre Kinder das leckende Softeis und den vor Ketchup und Majo nur so triefenden Hotdogs essen ließen.
Minolta DSCAußerdem durften ihre Kinder auch noch glücklich durch die Gegend toben, ohne dass gleich ein lautes „Pass auf Peter, da kommt ein Auto“ oder „Jasmin, steh bitte auf und mach dich nicht dreckig“ zu hören war. Es gibt unzählige Beispiele, die mir in den letzten Jahren den Spiegel der Unentspanntheit vorgehalten haben. Und ich habe daraus gelernt. Heute würde ich behaupten, dass ich schon ein ganzes Stück dänisch, oder besser „bornholmsk“ bin. Ich habe zugeschaut, wie alle es hier machen und habe nachgemacht. Und es ist herrlich! Ich fühle mich gesünder und glücklicher als je zuvor! Das solltet Ihr auch mal machen, wenn Ihr im Urlaub seid, denn das tut soooo gut, ein „Bornholmer“ zu sein. Ein guter Vorsatz für das neue Jahr. Kann man auch schon Zuhause anwenden und üben, dann ist man schon entspannt, wenn man auf der Insel ankommt! Viel Spaß!!!
IMG_5283

12 Schritte zum Bornholmer-Lifestyle :

1. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass Ihr hier nie schreiende und entnervte Eltern trefft (also keine dänischen 😉  ) . Ich weiß nicht wieso, aber die gibt es hier nicht. Und das ist nachahmenswert!!! Weist also niemals Eure Kinder zurecht, tadelt sie nicht, schreit sie nicht an! Vertraut ihnen stattdessen und lasst ihnen Freiheit, Auslauf und Raum zum Entdecken! Macht mehr Spaß, das werdet Ihr sehen!!!
P.S: Das gilt auch für Hunde und Hundebesitzer :-))

2. Der Insulaner drängelt nicht in der Schlange im Supermarkt. Und nörgelt nicht über das zu langsame Personal. Er steht stattdessen gelassen in der Reihe und wartet… Das könnt Ihr auch schon mal üben und macht ein paar Atemübungen dabei und denkt einfach, dass Ihr Urlaub habt. Keine Eile!

3. Hier müsst Ihr mal nicht die schnellsten sein. Rasen lohnt nicht und stresst total! Also einfach 80 Stundenkilometer auf der Schnellstrasse fahren und die Aussicht genießen! Und (siehe Punkt 1) nörgelt nicht mit dem Kids auf der Autofahrt rum sondern lächelt einfach vor Euch hin, wenn sie hinten etwas lauter sind. Für Zuhause zum Üben: Einfach mal das vorgeschriebene Tempo fahren und nicht „auf der Flucht“ sein  :-)).

4. Auf Bornholm ist es ganz normal, dass man bei Freunden oder Nachbarn einfach vor der Tür steht, ohne sich anzumelden. Guckt also auch mal spontan bei Bekannten vorbei, ganz ohne Geschenk und ohne Entschuldigung für das Hereinplatzen. Vielleicht machen die anderen das dann nach und man fühlt sich gegenseitig willkommen!

5. Grüßt die Leute, die Euch entgegenkommen. Lächelt dabei und es kommt ein Lächeln zurück! Gilt auch für Jogger, denn man darf gerne mal den anderen „Sportsfreund“ anlächeln, statt ständig angestrengt auf den Puls-Schritt- oder Wasweißich-Zähler am Handgelenk zu gucken.

6. Lasst Feierabend Feierabend sein. Familie hat Vorrang. Zuhause wartet jemand auf Euch, also geht einfach pünktlich nach Hause und lasst die Überstunden nach. Die Arbeitgeber auf Bornholm sind Arbeitnehmer-freundlich und haben im Blick, dass zu einem Angestellten auch ein Privatleben gehört. Ein guter Tipp für alle Chefs in Deutschland!

7. Besserwissen gilt nicht! Der Bornholmer lässt gerne die Meinung des anderen stehen und meint nicht, sofort mit dem eigenen „Senf“ kommen zu müssen. Wenn man DAS erst mal verstanden und erprobt hat, wirkt es sehr tiefenentspannend, denn das Spielchen „Ich hab´ Recht, du hast Recht“ hat ein Ende.

8. Dresscode war gestern! Der Bornholmer geht in Gummistiefeln einkaufen, im Blaumann zum Elterntreffen und in Wathose in die Tankstelle. Und das Tollste: Es guckt keiner komisch! Herrlich!

9. Altes wird gepflegt und wieder aufgearbeitet. Secondhand-Läden haben Hochkonjuktur und man fährt regelmässig zur BOFA (dem Müllplatz), um zu schauen, welche Schätzchen der Nachbar da so weggeschmissen hat. Altes wird wieder blank geputzt und es ist einem gar nicht peinlich, wenn man nicht immer das Neueste hat.

10. Status ist Nebensache. Mit großem Auto, teuren Designer-Klamotten oder Protz-Villa kann man bei den Bornholmern nicht punkten. Understatement ist angesagt und wer große Töne spuckt, sieht in geselliger Runde eher alt aus. Sehr angenehm, wenn Ihr mich fragt.

11. Wer was auf sich hält, hat ´nen Anhänger… Ist glaube das ist des Bornholmers liebstes Kind. Am Samstag macht jeder Gartenarbeit oder irgendwo Holz für den Winter … und da ist der Anhänger Pflicht. Wir haben noch keinen, aber dafür tauschen wir bei Bedarf immer mit den Nachbarn Auto gegen Anhänger, denn die haben beim Kauf ihres Autos nicht an die Anhängerkupplung gedacht 😉

12. Last but not least: Man geht ans Meer! Und meistens mit Hund!

So, das ist mal ein Anfang…. Fortsetzung folgt :-)) Und berichtet mal, wie das Experiment so zu Hause gelingt …

Alles Liebe

Eure Steffi

Eine Bornholmer Weihnachtsgeschichte anno 2010: Bornholm versinkt im Schnee

In diesen Tagen kurz vor Weihnachten denke ich an das Weihnachtsfest vor vier Jahren zurück. Und ich glaube, dass sich ALLE Bornholmer daran noch genau erinnern. Ich habe mal einen Artikel herausgesucht, den ich damals geschrieben habe und der durch die Presse ging…. Eine schöne Bornholmer
Weihnachtsgeschichte
, die viel über die Menschen hier erzählt und mit der ich mich jetzt in den Weihnachtsurlaub abmelde :-)) Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise Euer Lieben und ein tolles, kraftvolles, und erfülltes Jahr 2015. Ich freue mich, im nächsten Jahr viele Bornholmer Geschichten und Erlebnisse mit Euch teilen zu dürfen!
Alles Liebe Eure Steffi

_MG_3224

Katastrophenhilfe auf Bornholmer Art 
„Die kleine, alte Frau lächelt freundlich und geht mit ihrem Stock die vereisten drei Stufen zum Eingang des kleinen Ladens für Garn- und Strickwaren hoch, um den anderen Passanten Platz zu machen. Die Gehsteige sind spärlich vom Schnee geräumt, die Menschen, die zu Fuß zum Einkaufen gehen, teilen sich geduldig die Wege und Gassen, die frei geschaufelt sind. Alle sind freundlich, lächeln, die wenigen Autofahrer, die an der verschneiten Kreuzung stehen, warten geduldig und immer mit einem Lächeln im Gesicht, bis sie an der Reihe sind. Jeder macht jedem Mut, denn das braucht man in dieser Zeit auf der dänischen Insel Bornholm.
_MG_3203Schneerekord auf der Insel
Ein besonderes Weihnachten 2010 war das. Ein Weihnachten, das Bornholm in aller Welt bekannt gemacht hat. Fast 100 Millionen Tonnen Schnee lasten derzeit auf der Klippeninsel in der Ostsee im Dreieck zwischen Rügen, Südschweden und Polen. Damit hält Bornholm den Schneerekord in Skandinavien. Die für das milde, ja geradezu mediterrane Klima bekannte Ostseeinsel, wird bedeckt von einer Schneeschicht von durchschnittlich 1,40 Höhe und Schneeverwehungen von örtlich bis zu 6 Metern. Das hat dazu geführt, dass am Tag nach Weihnachten Katastrophenalarm ausgelöst wurde. Die örtliche Polizei und die Schneeräumdienste wurden nicht mehr Herr der Situation. Obwohl die Lage eigentlich abzusehen war, denn seit dem 26. November hat es immer wieder geschneit. Und vor Weihnachten wurden fatale Schneestürme von 14 Metern pro Sekunde gemeldet, sie die gesamten Weihnachtsfeiertage über die Insel fegen sollten. Aber es war ja Weihnachten. Und in dieser so stillen und gesegneten Zeit glauben die Menschen an Wunder, an den Weihnachtsmann und alles im Land strebt danach, zu den Lieben nach Hause zu kommen, um um den „juletræ“ zu tanzen und das traditionelle „flæskesteg und risalamande“ (eine Art Schweinebraten mit dicker Kruste und zum Nachtisch ein mit Mandeln und Sahne veredelter Milchreis) im Kreise der Familie zu verspeisen. Und so bestiegen die Weihnachtshungrigen trotz aller Wetterwarnungen die Fähre, die von dem südschwedischen Ystad nach Bornholm fährt, sie buchten Flüge und ergatterten sich die letzten Plätze in den überfüllten Zügen. Der Wille, das Weihnachtsfest bei der Familie zu verbringen, sollte Berge versetzen. Doch die Bornholmer und deren Familien wurden eines besseren belehrt, nämlich dass die Natur nicht zu bezwingen ist.

Billede 034

Ein Weihnachtsfest, das in Erinnerung bleibt
Am Tag vor Heiligabend kamen die Menschen von überall her noch in der Hafen- und Hauptstadt Rønne an, doch sie kamen nicht mehr weiter. Rund 1500 Menschen landeten mit Schiff und Flugzeug in der 15.000 Einwohner großen Stadt. Wer Verwandte in der Stadt hatte, blieb dort, die anderen wurden in der Kaserne, in Sporthallen und auf der Fähre „Poul Anker“ untergebracht. Und so wurde es für mehrere Hundert Menschen ein ganz besonderes „julefest“. Dank dem großen Engagement der einheimischern Geschäftsleute und unzähligen privaten Mithelfern, fehlte es für die „Gestrandeten“ an nichts: mit Weihnachtsbraten, Weihnachtsbaum und Weihnachtsmann mit Geschenken für die vielen Kinder konnten die Inselgäste ein Fest feiern, das ihnen lange in Erinnerung bleiben wird.

3438813-bt

3438801-bt

3438814-bt

Notstand in den Schneemassen
Und viele Familien auf der Ostseeinsel feierten das Fest alleine oder nur mit einem Teil der Angehörigen, denn die Bornholmer konnten einfach nicht zueinander kommen. Und wenn dann nur zu Fuß. Und auch der Fußweg wurde unter strengster Warnung per Radioansage am Heiligenabend untersagt. Der Schneesturm fegte unerbitterlich bis zum 2. Weihnachtsfeiertag über der Insel. Wenn nicht mit dem Auto und nicht zu Fuß, dann blieb nur noch zu Wasser. So machte ein Fischer am 1. Weihnachtstag seine „Trine-Louise“ klar, um seine Familie auf dem Seewege vom Rønne Hafen nach Nexø heimzuholen – und er nahm so viele andere Passagiere mit, wie das Schiff tragen konnte. Doch in der Mitte und im Norden der Insel spitzte sich die Lage immer mehr zu. Mehrere hundert Menschen wurden in den Schneemassen auf dem Lande eingeschlossen. Festgehalten auf ihren Höfen, isoliert von der Außenwelt und mit langsam ausgehenden Notrationen an Essen, Feuerholz, Öl oder Futter für die Tiere. Sobald sich am Montag nach Weihnachten der Schneesturm  und das Weihnachtsfest zugetragen hatten, rief die Bornholmer Bürgermeisterin Winni Grosbøll den Notzustand aus und bat um Katastrophenhilfe vom Festland.

3438816-bt

Mit „hygge“ der Situation trotzen
Zu spät sagen die Kritiker, die unken, dass die Bürgermeisterin sich in aller Seelen Ruhe über die Weihnachtstage in ihre private „Familienhygge“ zurückgezogen hat und sich erst wieder danach „im Dienste“ fühlte. Doch die „hygge“ ist wohl das, was den Bornholmer derzeit die Notsituation so gut ertragen lässt. Man „hyggt“ sich halt, in der Familie, mit Freunden und zur Not mit sich selbst. „Hygge“ ist so etwas wie Gemütlichkeit, doch so richtig trifft es dieses Wort auch nicht. „Hygge“ ist mehr, sie ist etwas, was man im Blut haben muss, wenn man hier in der winterlichen Einsamkeit und in solchen extremen Zeiten ohne depressive Spätschäden oder amokartigem Kurzschlusshandlungen überleben will. Kurz: man muss sich selbst aushalten können und eine Situation annehmen wie sie. Mit einer stoischen Ruhe ertragen die Menschen den Schnee, machen das Beste daraus, zünden eine Kerze im Dunkeln an und begnügen sich mit dem, was ihnen zur Verfügung steht.

3450061-til-bm-bt-scanpix

IMG_6960Selbsthilfe auf facebook
Als der im Schnee eingeschlossene Steen S. aus Klemensker nach sieben Tagen Isolierung das erste Mal Besuch von einem Fernsehteam bekam, beschrieb er die Lage so:“ Nein, uns hat nichts gefehlt, wir haben den Weihnachtsbaum angezündet und angeschaut. Dreimal am Tag habe ich mich zu dem Hühnerstall durch den Schnee durchgekämpft, um ihnen immer frisches, nicht gefrorenes Wasser zu geben. Sie sollten ja auch nicht Not leiden. Nein, wir hatten es gemütlich“, lächelt der Mann etwas müde. Doch immer noch sind rund 500 Menschen im Schnee gefangen und für einige wird die Situation langsam kritisch. Die junge Mutter eines 14 monatigen Babys, die seit dem 22. Dezember zwischen den Dörfern Østerlars und Arsballe alleine eingeschlossen ist, hat vor einigen Tagen eine Selbsthilfe-Gruppe auf facebook eingerichtet. Innerhalb von ein paar Tagen hat die Gruppe fast 350 Mitglieder, die sich rege über deren Situation und mögliche Hilfen austauschen. Da werden Nachbarhilfen, Fahrdienste oder Vorrats-Tauschgeschäfte verabredet, doch das Wichtigste ist: Man ist nicht alleine. Maia stellt regelmäßig die neuesten Meldungen ins Netz, die Ruten, wo der Schneeräumdienst schon durchgekommen ist. Die Männer mit ihren schweren Fahrzeugen machen Überstunden diese Tage. In einigen Gegenden dauert es mehr als einen Arbeitstag, um eine Strecke von 100 Meter Wegstrecke zu räumen. Viele Höfe haben mehrerer Hundert Meter von der nächsten kleinen Straße bis zu ihrem Haus. Und von  der Straße sind es wiederum mehrere Kilometer bis zur nächsten Landstraße.

Billede 009

Mutmachen im Radio
Die Insel ist mit ihren ca. 42.000 Einwohner auf 588 Quadratkilometer dünn besiedelt. Grund und Boden ist nicht teuer hier und der Traum so mancher Familie ist ein Bornholmer Fachwerkhof im alten Stil mit viel Land drum herum .Ein Traum, der in diesem Winter zum Albtraum wird. Doch die Insulaner haben jetzt Hilfe vom Festland bekommen. Jeden Tag treffen mit der „Bornholmerfærgen“ weitere Schneeräumfahrzeuge und Bagger ein. Die Hilfsangebote kommen sogar auch aus dem Ausland. Und ein von Kopenhagen gesendeter Helikopter bringt Notrationen und dringend benötigte Medikamente zu den Betroffenen. Die Insel Bornholm schreibt Geschichte diesen Winter. Doch wie gesagt, die Bornholmer zeigen in diesen Tagen dem ganzen Land, aus welchem „Urgestein“ sie gemacht sind. Jeder hilft jedem, ohne zu fragen, was es kostet, oder ob es sich für ihn lohnt. Die Not schweißt zusammen. Und da die Abgeschlossenheit ja im besten Fall auch die kreativen Sinne anregen kann, so entstand in den Übungsräumen der jungen Band des touristischen Fischerdorfes Svaneke jetzt auch der erste „Notsong“: „Ø-landshjælp“ heißt der Song und im Refrain bitten die Bormholmer Jungs um Hilfe: „Giv en hånd til Bornholm, for vi keder os ihjæl. Giv en hånd til Bornholm, vi kan ikke klare os selv” (Helft der Insel Bornholm, bevor wir uns zu Tode langweilen. Helft der Insel Bornholm, denn wir können es nicht alleine schaffen..”) Und so wird der erste Insel-Notsong im Radio gespielt und alle trällern mit… Die Bornholmer machen eben das Beste daraus.